Sticker: Das Rätseln nimmt kein Ende
Bild: Dinkels
Auch an der Glastür und am Briefkasten der Geschäftsstelle der „Glocke“ an der Berliner Straße prangten die Aufkleber.
Bild: Dinkels

Damit traf er auf offene Ohren. Anfang Februar tauchten in der Innenstadt an Türen, Scheiben und Briefkästen Aufkleber auf mit der Aufschrift: „Gütersloh viel besser als gar nicht so schlecht.“ Und bis heute wird gerätselt, wer sich hinter der Aktion verbirgt.

Rathaus steckt nicht hinter der Aktion

Schnell wurde vermutet, die Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus stecke dahinter. Deren Leiterin Susanne Zimmermann winkt ab. „Auch bei uns hat sich noch kein Urheber gemeldet. Wenn nun alle spekulieren, wer sich den Spruch zunutze gemacht hat: Wir hier waren das definitiv nicht, denn seitens der Pressestelle würden wir niemals ohne zu fragen – heimlich und anonym – Aufkleber irgendwo platzieren.“

Wenn es das Rathaus nicht war, dann sicherlich Gütersloh Marketing. Aber auch Geschäftsführer Jan-Erik Weinekötter will nicht verantwortlich sein. „Auch für mich ist das weiterhin eine interessante, aber leider unbeantwortete Frage“, erklärte er auf Anfrage. Und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Dass sich ein solches Geheimnis in Gütersloh so lange hält, nötigt mir schon gewissen Respekt ab.“

Keine Beschwerden eingegangen

Die Aufkleber mit den Stadtfarben Blau und Grün auf weißem Grund sind professionell gemacht. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen, und sie sind aus einem so festen Material gefertigt, dass sie beim Abziehen keine Rückstände hinterlassen. Das beugt möglichen Beschwerden vor. Und tatsächlich sind bei der Polizei laut Sprecherin Katharina Felsch auch keine eingegangen.

Diese Form der Werbung – kleiner Aufwand, große Wirkung – nennt man auch Guerilla-Marketing. Matthias Kirchhoff hat das früher schon selbst gemacht, als er mit seinem Magazin „Carl“ auf den Markt kam. Jetzt gibt er sich ebenso ahnungslos wie der Autor, Verleger und Stadtführer Matthias Borner, der ebenfalls immer gut ist für unkonventionelle Ideen. Und so rätselt die Stadt vermutlich so lange weiter, bis sich der Urheber selbst outet.

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