Straßenkünstler reißen ihr Publikum mit
Bild: Dinkels
Lockte das Publikum aus der Reserve: Salomé Sprotte (One-Woman-Company) aus Berlin mit ihrem Programm Die Spieluhr. Mal mit Trillerpfeife, mal mit Balletteinlagen spielte die Berlinerin vor vollen Bänken.
Bild: Dinkels

Sehr zum Vergnügen der Besucher in der zweiten Reihe. Das Straßenkunstfestival bildete am Sonntag den Abschluss einer in diesem Jahr kühlen und oft verregneten Michaeliswoche. Auch der Spanier El Tio Teo brauchte etwas, um das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen, fiel ihm doch die Eröffnung vor anfangs noch spärlich gefüllten Bänken zu. Umstehende lud er noch persönlich ein, Platz zu nehmen. Doch schon nach wenigen pantomimischen Kniffen und akrobatischen Kunststückchen war das Eis gebrochen und am Ende, als er auf die Arme zweier Zuschauer flog, wünschte sich mancher noch eine Zugabe.

Spendable Zuschauer danken den Akteuren

Mehr als 200 Künstler aus Deutschland und dem europäischen Ausland hatten sich für das von Andreas „Krawalli“ Wetzig (Wietzen) organisierte und moderierte Festival beworben. Aber nur sieben von ihnen durften am Ende anreisen und ihr Publikum unterhalten. Das gelang ihnen trefflich. So wie die One-Woman-Company aus Berlin. Als Spieluhr, mal verträumt, mal mit beherrschender Trillerpfeife, gelang es Salomé Sprotte spielend, ihr Publikum zum Lachen zu bringen. Nur anfangs musste sie energisch nachhelfen.

Außer reichlich Comedy (Pallotto und Claudio Mutazzi) kamen die Zuschauer auch in den Genuss von Hochrad- (Mr. Copini) und Seilartistik (Intrépidos) sowie Straßenzauberei (Jay P). Der Lohn für die Künstler: ein mit Geld gefüllter Hut.

Kinder kommen beim Zirkus auf ihre Kosten

Außer beim Straßenfiffi wurden die Besucher beim verkaufsoffenen Sonntag auch andernorts gut unterhalten. Die Immobilien- und Standortgemeinschaft Mittlere Berliner Straße hatte den Abschnitt der Fußgängerzone mit riesigen, farbigen Ballons an den Laternenmasten dekoriert. Außerdem hatte sie Stelzenläufer verpflichtet, die in ihren herbstlichen Kürbisgewändern ein beliebtes Fotomotiv waren.

Auch vor der Martin-Luther-Kirche war Mitmachen angesagt. Beim Sauresani-Mitmach-Zirkus durften Kinder mit Tellern balancieren und jonglieren, Diabolo werfen und Einrad fahren. Auf dem Kolbeplatz faszinierte Trial-Bike-Profi und Weltrekordhalter Daniel Rall aus Hornberg die Zuschauer. Er zeigte – wie schon bei den vergangenen Frühlingsfesten in Gütersloh – spektakuläre Tricks und Stunts, bei denen die Passanten auch schon mal als zu überfliegendes Hindernis eingesetzt wurden. Sie erlebten auf jeden Fall einen ereignisreichen Sonntag.

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