Supermarkt bringt Verkehr auf die Kreuzung
Archivbild: Steinecke
Die Aussichten für einen Discounter auf dem Gelände des Spexarder Krugs stehen nicht gut. Wegen des Verkehrs herrschte in der Politik bislang Skepsis vor.
Archivbild: Steinecke

Das Ergebnis der Studie ist wenig überraschend, zieht ein SB-Markt doch immer zusätzliche Verkehre an. Die Frage ist allerdings, ob sie noch vertretbar sind oder ob sie einem Bauvorhaben im Wege stehen. Dazu gibt es in einer Mitteilungsvorlage für den Planungsausschuss am Dienstag, 30. August (17 Uhr, Ratssaal), die von der neuen Stadtbaurätin Nina Herrling gezeichnet ist, keine klare Aussage. Stattdessen heißt es vage: „Bei der Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens wären dann die Ergebnisse der verkehrlichen Untersuchung abzuwägen.“

Auf der Verler Straße gibt es schon heute Rückstauspitzen stadtauswärts bis zur Autobahn und stadteinwärts bis zur Straße Auf der Haar. Mitverantwortlich ist dafür auch die Ampelschaltung, die auf ein Freihalten des Bahnübergangs an der Bruder-Konrad-Straße abgestimmt ist. Mit einem Supermarkt würde sich der Rückstau am Hüttenbrink verstärken, aus anderen Richtungen „nur geringfügig“. Gemessen an den Wartezeiten würde die Verkehrsqualität wie schon heute die zweitschlechteste (E) von sechs Stufen erreichen. In einer Prognose für 2030 mit Verkehrszuwachs fällt die Kreuzung in die schlechteste Qualitätsstufe F ab. Folgen: lange Wartezeiten, überlastete Fahrstreifen, wachsende Rückstaus und mehrfaches Anfahren bis zum Erreichen der Kreuzung. Die Annahmen beziehen sich auf die nachmittägliche verkehrsreichste Stunde zwischen 16 und 17 Uhr.

Für sich genommen könne die Kreuzung den Verkehr eines Lebensmittelmarkts verkraften. In der Gesamtschau „sind jedoch verkehrliche Auswirkungen im Verkehrsabfluss erkennbar“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. „Je nach Verkehrssituation auf der Verler Straße und der Bruder-Konrad-Straße ist bei den Ausfahrten vom Gelände teilweise von längeren Rückstauungen und somit längeren Wartezeiten auszugehen.“

In einer Hinsicht legt sich die Verwaltung doch fest: „Im Ergebnis ist darauf hinzuweisen, dass von der Verler Straße aus lediglich eine Verkehrsregelung rechts rein, rechts raus vertretbar ist.“ Für die Bruder Konrad-Straße sei in der Simulation eine Beschränkung der Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten nicht vorgesehen. Ob das so beibehalten werden könne, hänge von der Entwicklung der TWE-Strecke und den dann möglicherweise eintretenden Rückstaus ab.

Hintergrund

Die Familie Bordihn will die Gaststätte Spexarder Krug an der Verler Straße Ende 2016 schließen. Notwendige Investitionen rechneten sich nicht mehr, erklärten die Gastronomen vor einem Jahr. Stattdessen wollen sie auf dem rund 6000 Quadratmeter großen Gelände einen Neubau für einen Discounter errichten. Dazu muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Im vergangenen November herrschte diesbezüglich im Planungsausschuss große Skepsis mit Blick auf die schon heute hohe Belastung des Verkehrsknotenpunkts. Die Politiker forderten eine Verkehrsuntersuchung für die betroffenen Straßen unter Berücksichtigung eines Lebensmittelmarkts.

Schon bei der Folgenutzung des benachbarten Feuerborn-Geländes (zuletzt Moralt, heute Fahrzeugteile Wessels und Müller sowie Dekra) waren das Thema Erschließung und das Linksabbiegen auf die Verler Straße das bestimmende Thema. Dort wurde ein SB-Markt verhindert.

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