TWE: Wirtschaft schreibt an Minister
Um die Zukunft der TWE-Gleise im Kreis Gütersloh wird hinter den Kulissen gerungen. Sie sollen sowohl für den Güter-, als auch für den Personenverkehr erhalten bleiben.  Bild: Dinkels

Die Zukunft der Strecke hängt an den Kosten. Ein höheres Frachtaufkommen, höhere Streckenentgelte und die Wiederaufnahme des Schienenpersonenverkehrs gehören zum Konzept, das die Strecke der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) sichern soll.

Gütersloh Verl, Harsewinkel und der Kreis haben 2010 mit der Zusage, insgesamt eine Million Euro jährlich zu den Betriebskosten beizusteuern, die Voraussetzung geschaffen, dass überhaupt über den Personenverkehr gesprochen wird. Der Ball liegt nun in Düsseldorf.

Eine Novellierung des Gesetzes für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist Voraussetzung dafür, dass Nahverkehr Ostwestfalen-Lippe (NWL) in die Lage versetzt wird, den Betrieb der Strecke anteilig zu tragen. Dabei geht es ebenfalls um gut eine Million Euro. Die Novellierung hätte schon 2011 kommen sollen, steht jedoch aus. 2016 könnten die Personenzüge auf dem 24,5 Kilometer langen Abschnitt frühestens wieder rollen.

Das Schreiben an Voigtsberger (SPD) ist von Dr. Theo Freye, Sprecher der Claas-Geschäftsführung, dem Geschäftsführenden Miele-Gesellschafter Dr. Markus Miele, weiteren Geschäftsführern sowie der Industrie- und Handelskammer, dem Unternehmerverband für den Kreis Gütersloh und der Pro Wirtschaft GT gezeichnet. Ihnen geht es vor allem auch um den Güterverkehr.

Allein Claas schickt über den direkten Gleisanschluss rund 2000 Mähdrescher und Feldhäcksler auf die Reise. Das Unternehmen Kemena aus Löhne, das im Juni vorigen Jahres in Gütersloh ein neues Logistik-Zentrum eröffnet hat, will 2012 das Frachtvolumen auf der Schiene verdoppeln. Weitere Firmen, die die Strecke nutzen, sind Stockbrügger (Gütersloh), Brüninghaus (Versmold), Transgas (Versmold) sowie Thyssen-Krupp-Schulte (Bielefeld).

 „Die Wettbewerbsfähigkeit hängt mehr denn je von der Logistik ab“, heißt es in dem Brief. Die Bahn sei „nicht nur das wirtschaftlichste, sondern auch das verkehrs- und umweltpolitisch sinnvollste Verkehrsmittel“. Ein Gutachten bescheinige dem Personenverkehr darüber hinaus einen positiven volkswirtschaftlichen Nutzen.

SOCIAL BOOKMARKS