Tafel sucht neue Bleibe für Trödelladen
Bild: Dünhölter
Tafel-Geschäftsführerin Ruth Prior-Dresemann in den Räumen des Trödelladens in der Fußgängerzone.
Bild: Dünhölter

Gut sieben bis zehn Mal im Jahr öffnen Trödelladen-Leiterin Andrea Kattenstroth (46) und ihre Helferinnen den ansonsten hinter dem eisernen Tor neben dem DM-Markt versteckten Durchgang für zwei- bis dreitägige Flohmärkte. Im Durchgang, innerhalb des Geschäfts sowie rund um den rückwärtigen Ausgang zum Kolbeplatz werden auf 20 Tischen gespendete Kinderbekleidung, Hausrat, Deko-Artikel, hochwertiges Porzellan oder Saisonartikel zu günstigen Preisen veräußert. Am heutigen Samstag von 10 bis 17.30 Uhr ist das zum letzten Mal an der gewohnten Stelle der Fall. Die Gebäudeeigentümerin Inge Fassbender, vor gut 15 Jahren höchstselbst Initiatorin des Trödelladens, will den vorderen Gebäudeteil renovieren lassen.

Die Tafel hat im Frühjahr die Kündigung bekommen. Ende August muss auch der letzte von rund 3000 Artikeln verschwunden sein. Tafel-Geschäftsführerin Ruth Prior-Dresemann (50) und ihr Team verabschieden sich nicht gern, aber mit großem Dank: „Es war toll, was Frau Fassbender alles für uns getan hat. Leider müssen wir jetzt raus.“

Suche nach neuen Räumen bislang erfolglos

Für die Tafel war die Immobilie bestens geeignet – mitten in der Fußgängerzone, feste Lagermöglichkeiten, gute Erreichbarkeit, hohe Besucherfrequenz. Die Suche nach neuen Räumen zieht sich seit Monaten wie Kaugummi, bis jetzt erfolglos. Einen Eins-zu-eins-Ersatz in ähnlich prädestinierter, hohe Besucherfrequenz garantierender Lage bei niedrigem Mietpreis gibt es an der Berliner Straße nicht. „Wir verkaufen Kleinkram von Karnevalsartikeln bis zu Dosenöffnern. Ein Ladenlokal kann man damit nicht bezahlen“, stellt Andrea Kattenstroth fest.

Schon jetzt werde das Team von der treuen Kundschaft mit Nachfragen zur Zukunft überhäuft. Die Antwort war bislang ein Achselzucken. Ruth Prior-Dresemann sendet darum ein klares Zeichen: „Der erste Schock ist vorbei. Mit dem Trödelladen geht es auf alle Fälle weiter. Das steht fest.“

Zentral gelegene Lagerfläche von 40 bis 50 Quadratmetern wird gesucht

Grundvoraussetzungen für den Umzug des Tafel-Trödelladens an einen neuen Standort seien „Innenstadtnähe und eine Lagerfläche von 40 bis 50 Quadratmetern“, so Ruth Prior-Dresemann. Für den Fall, dass Ende August keine neuen Räume zur Verfügung stehen, greifen die Pläne B oder C. Prior-Dresemann: „In unserem Trockenlager an der Kaiserstraße ist viel Platz.“ Dort könnte man die Sachen lagern. Der Hof böte auch genug Platz für den Flohmarkt. Alternativ könnte man den Trödelmarkt „auch in einem Hof in der Innenstadt machen. Die Sachen würden wir hin- und hertransportieren“. Eine weitere Option sei ein Transporter, mit dem man die Flohmärkte in der Umgebung ansteuern könnte.

Bei jeder der jährlich sieben bis zehn Verkaufsaktionen erziele die Tafel einen niedrigen vierstelligen Gewinn. Auf das Jahr gesehen sei das eine Summe, „die uns natürlich wahnsinnig weiterhilft“, so Ruth Prior-Dresemann. Sie ist zuversichtlich: „Wenn irgendwo eine Tür zugeht, geht meistens eine andere wieder auf.“

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