Tageseltern bei Bedarf als Ausweg
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Die Kindertagespflege bei qualifizierten Tageseltern sieht die Stadt als einen Weg für den Fall, dass die Zahl der Plätze in den Kindertagesstätten nicht ausreichen sollte.
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Die Anmeldefrist ist an diesem Wochenende abgelaufen. Ob die Plätze reichen, wird sich aber erst in einigen Wochen erweisen. An einem lässt Joachim Martensmeier, Dezernent für Jugend, Familie und Soziales, keinen Zweifel: „Es gibt einen Rechtsanspruch. Wir werden die Plätze zur Verfügung stellen müssen.“

Sollten die Kindertageseinrichtungen ausgelastet sein, „gibt es auch noch den Bereich der Kindertagespflege“. Da sei Gütersloh gut aufgestellt. Die Tagespflege habe den Vorteil, dass man flexibel reagieren könne, während in Tageseinrichtungen die Kinder von größeren Gruppen profitierten.

Die Stadt unternimmt Anstrengungen, den Anspruch zu erfüllen. So werden am Pavenstädter Weg und an der Eimerheide in Avenwedde zwei (private) Einrichtungen gebaut. „Unser Ziel ist, dass beide Einrichtungen im August in Betrieb gehen“, sagte Martensmeier.

Für Pavenstädt sind die Verträge mit dem Bauherrn, der Bielefelder Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (BGW), sowie der Bielefelder von-Laer-Stiftung als Träger unterschrieben. Da die Einrichtung in Modulbauweise entsteht, dürfte es dort schnell gehen. Für die Tagestätte in Avenwedde laufen laut Martensmeier noch Gespräche mit der Kinderzentren Kunterbunt gGmbH aus Nürnberg als künftigem Träger. Insgesamt entstehen in beiden Einrichtungen 170 bis 180 Kindergartenplätze, davon 52 für Unterdreijährige.

Außerdem sollen durch die Erweiterung der Villa Sonnenschein, bei der die Stadt und Bertelsmann an einem Strang ziehen, 20 neue Plätze für Unterdreijährige entstehen. Die Pläne wurden im Oktober vorgestellt.

Wie viele Plätze tatsächlich benötigt werden, hängt vom Bedarf berufstätiger Eltern für eine Tagesbetreuung ab. Während das Land Nordrhein-Westfalen von einer Quote von 32 Prozent ausgeht, rechnen der Bund und das Deutsche Jugendinstitut in einer Länderstudie für Nordrhein-Westfalen mit gut 35 Prozent. Andere Schätzungen gehen von 39 Prozent und mehr aus, vor allem für größere Städte. Die tatsächlichen Anmeldungen in Gütersloh müssen bis zum 15. März nach Düsseldorf gemeldet werden.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hatte in der vorigen Woche erklärt, bundesweit würden wohl 150 000 Plätze fehlen. Um eine angestrebte Betreuungsquote von 39 Prozent zu erreichen, müssten 780 000 Krippenplätze vorhanden sein. Der Verband hatte vorgeschlagen, Eltern, die nicht für die volle Zeit einen Platz für ihr Kind benötigten, sollten sich die Plätze teilen (Kitaplatz-Sharing). Martensmeier hält das nicht für realistisch: „Die Tendenz geht zu den umfangreichen Betreuungszeiten von 35 bis 45 Stunden pro Woche.“ Da sei kein Platz-Sharing mehr möglich.

Anmelden

In Pavenstädt eröffnet zum Kindergartenjahr 2013/14 die Einrichtung „Leonardo“ neben der Grundschule. Die Bauarbeiten sollen Mitte Januar beginnen, im Juli soll die Schlüsselübergabe erfolgen. Eltern können ihre Kinder schon jetzt anmelden. Bauherr und Eigentümer des Gebäudes ist die Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (BGW), Träger wird die Bielefelder von-Laer-Stiftung. Sie betreibt auch in Bielefeld, Blomberg, Berlin und Prag Kitas.

Geplant ist die Einrichtung als fünfgruppige Kita mit mehreren Integrativ-Plätzen für insgesamt 85 Kinder. Außerdem wird „Leonardo“ bilingual betrieben, das heißt, die Kinder werden von deutsch- und englischsprachigen Erzieherinnen betreut. Infos und das Anmeldeformular finden Eltern auf der Internetseite www. kita-leonardo.de. Anmeldebögen können unter Tel. 0521/9645911 angefordert werden. Die Anmeldefrist der Stadt ist zwar schon abgelaufen. Wegen des Rechtsanspruchs für Kinder ab dem ersten Lebensjahr sind aber noch Anmeldungen möglich.

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