„Tanz muss immer ein Erlebnis sein“
Bild: Richter
Schon mehrfach ausgezeichnet kommt der innovative Choreograph Eric Gauthier mit seinem Tanzensemble am 26./27. November ins Theater Gütersloh.
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Am Samstag und Sonntag, 26. und 27. November, kommt er mit seinen Tänzern erneut nach Gütersloh. „Die Glocke“ hatte vorab Gelegenheit zu einem Exklusiv-Interview mit dem charismatischen Kanadier.

„Die Glocke“: Herr Gauthier, Sie kommen nicht wie vor zwei Jahren mit einem Handlungsballett nach Gütersloh, sondern mit dem Tanzabend „Infinity – Unendlichkeit“. Was darf man erwarten?

Gauthier:  Es ist ein ganz besonderes Programm, das das Publikum mitnimmt durch die unendlichen Galaxien des Tanzes. Es gibt archaische Bewegungen der Urwelt, klassische Attitüde, Poesie und Power. Tanz muss immer ein Erlebnis sein, muss vielfarbig sein. Ein Konzept, das wir gern ausleben und immer wieder neu verdichten.

 „Die Glocke“: Was ist Ihr Ziel?

Karten für die Tanztheaterabende „Infinity - Unendlichkeit“ am Samstag und Sonntag, 26. und 27. November, jeweils ab 19.30 Uhr im Theater Gütersloh gibt es noch in den „Glocke“-Geschäftsstellen sowie bei Gütersloh Marketing, Tel. 05241/2113636.
Gauthier:  Ich möchte ein guter Papa, meinem Ensemble und zu Hause ein guter Chef sein (lacht). Spaß  beiseite: Ich will natürlich vor allem gutes Tanztheater für jeden machen. Ich will Türen öffnen und selbst die Menschen begeistern, die sich mit Tanz nicht auskennen.

„Die Glocke“: Was Ihnen angesichts Ihres vollen Terminkalenders offensichtlich gut gelingt.

Gauthier:  Ja, wir haben Anfragen aus aller Welt. Aus Ingolstadt wie aus Moskau. Und beides ist uns gleich wichtig. Jetzt geht es noch kurzfristig nach Madrid. Leider lässt unser Etat nicht zu, alle Angebote anzunehmen.

„Die Glocke“:  Warum bleiben Sie dann in Stuttgart?

Gauthier:  Weil Gauthier Dance ohne Stuttgart gar nicht denkbar gewesen wäre und es dort bestens funktioniert. Stuttgart hat eine grandiose Tanztradition. Das Publikum sieht Ballett nicht als elitäres Theater, sondern liebt und lebt diese Kunst. Wir sind immer ausverkauft, bekommen minutenlang Standing Ovations. Dafür kann ich nur dankbar sein.

„Die Glocke“: Mit der Produktion „Nijinski“ geht es im kommenden Jahr erstmals nach New York, wo schon so manche Balletttruppe in die Liga der Weltstars aufstieg – oder durchfiel. Macht Sie das nervös?  

Gauthier: Bislang nicht. Vielleicht fünf Minuten vorher. Ich weiß, dass meine Mannschaft hinter mir steht. Meine Tänzer machen ihren Job mit großer Leidenschaft. Darauf kann ich bauen.

„Die Glocke“:  Gibt es weitere größere Projekte?

Gauthier: Ja, ich bin gebeten worden, für die Neuverfilmung der „Dreigroschenoper“ eine Choreographie zu entwickeln. Außerdem arbeite ich gerade an dem Stück „Guernica“ nach Picassos gleichnamigem Antikriegsbild. Im März 2017 soll die Premiere sein.

Wie und warum sich der aus Montreal stammende Choreograph mit seinem Ensemble in Schulen, Krankenhäusern und Altenheim engagiert und was für ihn „Momente voller Wunder“ sind, lesen Sie in der Gütersloher „Glocke“ vom 26. November.

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