Tempo 30 rückt erneut in den Blickpunkt
Bild: Dinkels
In fast allen Wohngebieten und in der Innenstadt wie hier an der Hohenzollernstraße stadtauswärts gilt bereits Tempo 30. An der Hohenzollern- zwischen Roon- und Münsterstraße gibt es sogar eine Tempo-20-Zone. Dort hätten die Anlieger am liebsten die frühere Spielstraßenregelung beibehalten, was aber nicht möglich war, weil in dem Fall eine Bewirtschaftung der Stellplätze durch die Stadt nicht erlaubt wäre.
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Und tatsächlich: Auf Nachfrage in der Verwaltung fällt Stadtplaner Dr. Michael Zirbel auf Anhieb kein Wohngebiet ein, in dem nicht zumindest Tempo 30, wenn nicht gar eine Spielstraßenregelung gilt. Dort darf nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Das wollen die Sozialdemokraten auch nicht antasten. Wenn es in der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag, 25. August (17 Uhr, Ratssaal) gewünscht werde, lege die Verwaltung aber eine genaue Bestandsaufnahme vor, sagte Zirbel.

Selbst Dr. Thomas Krümpelmann, planungspolitischer Sprecher der SPD und Antragssteller, fällt auf Nachfrage kein größeres Wohngebiet ohne Tempo 30 ein, weil man das ja schon vor zehn Jahren alles angestrebt und umgesetzt habe. Die Isselhorster Straße in Avenwedde-Bahnhof nennt er als Beispiel, wo noch etwas gehen könnte. Aber das ist eine Kreisstraße (36) und deshalb womöglich schwer umzusetzen.

Die SPD wolle etwas anderes, so Krümpelmann: Tempo 30 solle mit Ausnahme der Hauptstraßen als Regelfall grundsätzlich gelten. „Wir streben eine Umkehr der Argumentation an“, sagt der Sozialdemokrat. Künftig sollen die Straßen gesondert ausgewiesen werden, auf denen schneller gefahren werde dürfe. Krümpelmann verweist auf Bestrebungen des Bundes und der Länderminister für mehr Tempo-30-Zonen. Immer geht es dabei um weniger Unfälle, weniger Lärm und mehr Sicherheit.

Grenzfälle seien etwa der Brockweg (Kreisstraße 3) und der Südring, wo man eine solche Regelung auch prüfen könne. Krümpelmann: „Wir müssen hören, was die Anlieger sagen.“

Was die Grünen sagen, liegt auf der Hand: „Tempo 30 in der Stadt ist auch unser Thema“, sagt Fraktionssprecherin Birgit Niemann-Hollatz. Sie befürworte eine Umkehr der Argumentation. Auch sie meint, beim Brockweg etwa könne man Tempo 30 prüfen.

„Wir sind skeptisch“, sagt Nobby Morkes (BfGT). „Zuerst muss man mal in den Griff bekommen, die bestehenden Tempo-30-Zonen zu überwachen und die Raserei vor Schulen, Kindertagesstätten und Seniorenheimen zu stoppen.“ Viele hielten sich nicht an die Beschränkungen. Seine Fraktion werde das  am Mittwoch in der Fraktionssitzung diskutieren. CDU-Fraktionschef Heiner Kollmeyer sagt, seine Fraktion habe sich noch keine Meinung gebildet und werde ebenfalls am Mittwoch darüber sprechen.

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