Theaterplatz erinnert an Hans-Werne-Henze
Foto: Kreyer
Mit Schwung: Andreas Kimpel, Leiter der Kulturräume Gütersloh (links), und Bürgermeister Henning Schulz enthüllten am Samstag das neue Schild, das den Hans-Werner-Henze-Platz am Theater ausweist.
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„Sinnfälliger hätte der Namen nicht sein können. Denn allein schon das Wirken von Henze rechtfertigt die Wahl“, so Bürgermeister Henning Schulz, der gemeinsam mit dem Leiter der Kulturräume, Andreas Kimpel, das Straßenschild enthüllte. Schulz richtete seinen Dank an alle, die seit zwei Jahren auf diesen Augenblick hingearbeitet hätten. Die Freude teilte auch Giesbert Nunnemann, der Vorsitzende des Heimatvereins Gütersloh, von dem der Vorschlag ausging.

Start in den Henze-Herbst

Damit startete am Wochenende der Henze-Herbst mit einer Reihe an Veranstaltungen, die dem „einflussreichsten und eigenwilligsten Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ gewidmet sind. Die beste Gelegenheit, die vielen Facetten und Widersprüche des Komponisten kennenzulernen, dazu lud Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth in einer Einführung ein. Voller Herzblut vorgetragen, schlossen sich daran sachkundige Erläuterungen des in Gütersloh lebenden Musikwissenschaftlers, Gitarristen und Henze-Kenners Fabian Hinsche an, der die Ausstellung inhaltlich begleitet hat.

Mit Gütersloh verbunden

Auch wenn die Geburt Henzes in Gütersloh das „kleinste Detail in seiner Vita sei“, so Kimpel, so sei Gütersloh immer präsent für Henze geblieben. Das stellte auch Dr. Michael Kerstan, der letzte Lebenspartner und Geschäftsführer der Hans-Werner-Henze-Stiftung heraus. Spätestens 1968 war das Eis gebrochen, als der damalige Theaterleiter Klaus Klein ein Festival für Henze veranstaltete. 1989 folgte eine Opernakademie mit Henze. Ganz im Sinne des Komponisten, für den „Musik immer ein Verständigungsmittel, ein Versöhnungsmittel“ war.

„Pollicino“

Eingebettet war die Festveranstaltung am Samstag in Musikbeiträge. Im Theatersaal verzauberte das Kammermusikstück „Carillon, Recitatif, Masque“ dem Fabian Hinsche (Gitarre), Annika Hinsche (Mandoline) und Ewas Matejewska (Harfe) jene kantable und tiefe Schönheit einfühlsam und Akzente setzend zu entlocken vermochten. Puren Wohlklang, der einen Schauer über den Rücken jagte, boten der Knabenchor und die Choralsingschule mit Ausschnitten aus Henzes Oper „Pollicino“ und herausragend mit dem Volkslied „Io mi sono poveretto“ (Soli: Ole Kleßmann und Georg Reinkemeier). Hans Werner Henze hätte seine Freude gehabt

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