Thomas Rabe bekennt sich zum Heimatsitz
Vorstandschef Dr. Thomas Rabe will die Internationalisierung des Konzerns vorantreiben, bekennt sich aber auch zu den ostwestfälischen Wurzeln von Bertelsmann. Bild: Dinkels

Als ein „ganz klares Bekenntnis zu diesem Standort und zu den Wurzeln von Bertelsmann“ will der neue Vorstandschef Dr. Thomas Rabe (46) diesen Schritt verstanden wissen. Der Konzern sei schon heute in mehr als 50 Ländern aktiv. „Wir wollen das Unternehmen in den kommenden Jahren noch globaler aufstellen. Umso wichtiger ist es uns, unsere ostwestfälische Herkunft zu veranschaulichen. Diese wollen wir unseren Kollegen aus aller Welt näherbringen.“ Viele hätten gesagt, sie hätten schon viel von Gütersloh gehört, seien aber noch nie dort gewesen, so Rabe.

Bürgermeisterin Maria Unger sagte auf Anfrage: „Ich freue mich sehr, dass der Kongress mit Managern aus aller Welt nach Gütersloh kommt. Das ist ein Super-Bekenntnis des neuen Vorstandsvorsitzenden zu Gütersloh und eine große Ehre für uns.“

Dass dafür das von Bertelsmann mitfinanzierte Theater als Veranstaltungsort ausgesucht wurde, ist kein Zufall. Schon bei Foto-Aufnahmen für den Geschäftsbericht 2011, der am 28. März in Berlin vorgestellt wird, hatte der weiße Kubus als Kulisse gedient. Die Gäste sollen sehr angetan gewesen sein. Ob Räume der Stadthalle mitgenutzt werden, ist offen. Der Kongress hatte früher in Berlin stattgefunden.

Rabe, der selbst im Schnitt nur zwei Tage pro Woche am Konzernsitz weilt und ansonsten „im Unternehmen unterwegs“ ist, stellt auch klar: „Gütersloh ist der Stammsitz des Unternehmens. Das ist so, das bleibt so.“ Er verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass mehr als 10 000 Beschäftigte in der Region rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes von zuletzt 15,3 Milliarden Euro (2011) erwirtschaften.

Davon unbenommen will Rabe die Internationalisierung des Konzerns vorantreiben. Erst Anfang Februar wurde ein neues Corporate-Center in Neu-Delhi, Indien, eröffnet. Demnächst soll ein weiteres Corporate Center im brasilianischen São Paulo folgen. Von der Millionen-Metropole soll Südamerika abgedeckt werden. Corporate Center unterhält Bertelsmann in Peking, New York und Gütersloh sowie Repräsentanzen in Berlin und Brüssel.

Auch als Bekenntnis zum Heimatstandort veranstaltet Bertelsmann zur Fußball-Europameisterschaft im Sommer wieder ein Public Viewing. Die Grundschule Blankenhagen bekommt zudem einen Satz Musikinstrumente, mit denen zu Beginn des kommenden Schuljahrs eine Instrumentalklasse eingerichtet werden soll.

Public Viewing

Die Innenstadt soll sich im Juni und Juli zur Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine wieder in eine Sportarena verwandeln. Bertelsmann und die Stadt wollen erneut kooperieren und ein Public Viewing zu diesem sportlichen Großereignis auf die Beine stellen. Wie schon zur Weltmeisterschaft vor zwei Jahren sollen alle Spiele der Finalrunde auf einer etwa 35 Quadratmeter großen mobilen LED-Video-Wand übertragen werden. Voraussetzung: Die deutsche Mannschaft muss die Vorrunde überstehen. Das war schon bei früheren Ereignissen die Maßgabe, und der Optimismus wurde bislang nicht enttäuscht.

In diesem Sommer trifft das deutsche Team in der Vorrunde auf Dänemark, die Niederlande und Portugal – Ausgang offen. Noch nicht geklärt ist, ob das Rudelgucken wieder auf dem Berliner Platz stattfindet oder man womöglich auf den Konrad-Adenauer-Platz zurückkehrt. Seit der Katastrophe bei der Love-Parade in Duisburg im Juli 2010 werden andere Sicherheitsanforderungen gestellt. Thomas Habig, Leiter des Fachbereichs Ordnung, sagte: „Wir werden ein Sicherheitskonzept erarbeiten müssen.“

Bertelsmann-Vorstandschef Dr. Thomas Rabe erklärte: „Die Veranstaltungen der vergangenen Jahre waren für alle Beteiligten große Erfolge, daran möchten wir anknüpfen und freuen uns auf begeisterte, friedliche Stimmung.“ Stadt und Region lägen Bertelsmann am Herzen. Auch über das Public Viewing ist Bürgermeisterin Maria Unger „sehr erfreut“. Sie gehört zu jenen, die hoffen, „dass Deutschland Europameister wird“.

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