Tochter und Partner verweigern die Aussage
Bild: Bojak
Doppelmord-Prozess: Am Dienstag machten die Tochter der getöteten Ärztin und ihr Lebensgefährte vor dem Landgericht Bielefeld Gebrauch von ihrem Aussageverweigerungsrecht.
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Staatsanwalt Christoph Mackel hatte bereits bei der Pressekonferenz nach der Festnahme des 29-jährigen Verlers gesagt, dass auch ein Anfangsverdacht gegen die Tochter und den Lebensgefährten bestehe. Der Verler wird verdächtigt, die Ärztin und ihren Bruder erstochen zu haben. Er bestreitet, die Morde begangen zu haben. Bisher habe sich kein dringender Tatverdacht gegen die Tochter und ihren Partner ergeben, der einen Haftbefehl rechtfertigen würde, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Mackel hatte bei der Pressekonferenz ausdrücklich betont, dass für das Paar die Unschuldsvermutung gelte. Durch den Anfangsverdacht müsse der Tochter und ihrem Gefährten der Beschuldigtenstatus gewährt werden. Damit sind auch bestimmte Rechte verbunden, zum Beispiel das Aussageverweigerungsrecht. Danach kann ein Beschuldigter vor Gericht nicht zu einer Aussage gezwungen werden, wenn er sich damit selbst belasten würde.

Hinweise auf Erbstreitigkeiten

Im Lauf des Verfahrens waren Hinweise gegeben worden, dass es zwischen der Ärztin und ihrer Tochter immer wieder Auseinandersetzungen gegeben habe. Grund dafür soll der Partner der 41-Jährigen gewesen sein, den die Mutter nicht akzeptiert habe. Sie soll der Tochter gedroht haben, sie zu enterben, sollte sie sich nicht von ihrem Lebensgefährten trennen. Zuletzt hatte ein Mithäftling des angeklagten Verlers vor der Kammer am Landgericht ausgesagt, der 29-Jährige habe ihm erzählt, er sei vom Lebensgefährten der Tochter zu dem Mord angestiftet worden. Der Prozess wird am Dienstag, 28. Oktober, ab 9 Uhr am Landgericht fortgesetzt. Es sollen weitere Zeugen vernommen werden.

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