Tonnen von Kompost und Müll im Schutzgebiet
Bild: Bojak
Hofft, dass das kleine Biotop am Nottebrocksweg wieder hergerichtet wird: Andreas Höner vor zwei der Mulden und einem Berg Müll. Das Gelände gehört zu seiner Jagdpacht.
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 „Mein Hof liegt nur zwei Kilometer entfernt. Ich habe die Arbeiter gefragt, was dort vor sich geht“, erzählt Höner. Die rund 2500 Tonnen Erde – angeblich Kompostmaterial – seien vom Flugplatz an der Marienfelder Straße zum Nottebrocksweg gebracht worden, um dort gesiebt und später abtransportiert zu werden, lautete die Auskunft.

Brachliegendes Schutzgebiet

„Das Grundstück liegt im Landschaftsschutzgebiet“, sagt Andreas Höner. Er habe bei der Kreisverwaltung gefragt, ob es eine Genehmigung für die Zwischenlagerung gebe. „Das kann man in der Nist- und Brutzeit doch nicht machen“, betont der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Ortsverbands.

Kreis spricht Duldung nachträglich aus

Beate Balsliemke, Sprecherin des Kreises Gütersloh, erklärt auf Nachfrage, dass der Kreis erst eine Duldung für die Arbeiten am Nottebrocksweg erteilt habe, als das Material dort schon abgeladen worden sei. „Die Standortverwaltung der Princess Royal Barracks wollte das Gemenge vom Gelände der Kaserne entfernen lassen.“ Der Bundesliegenschaftsbetrieb (BLB), der für die Kaserne an der Marienfelder Straße zuständig ist, habe die Firma Bonensteffen beauftragt, das Material wegzufahren. Und weil es zuvor gewogen werden sollte, habe das Abbruchunternehmen aus Schloß Holte-Stukenbrock den Boden aufgeladen und zur Sortierung am Nottebrocksweg zwischengelagert. Warum diese Arbeiten nicht auch auf dem Kasernengelände durchgeführt werden konnten, kann auch die Kreisverwaltung nicht erklären.

Verunreinigung zeigte sich erst nach und nach

Christoph Bonensteffen, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, ist ebenfalls unzufrieden, dass sich der Auftrag der BLB so unerfreulich entwickelt hat. „Wir sollten 1000 Tonnen Komposterde abfahren“, erklärt er. Weil die britischen Soldaten das Material jedoch an einer Hanglage gelagert hatten, habe sich erst nach und nach ergeben, dass es deutlich mehr ist. „Und als wir die ersten Ladungen aufgenommen haben, konnte man auch nicht erkennen, dass sich so viel Müll in dem Erdhaufen befindet.“ Die Erlaubnis, den Boden auf dem Areal am Nottebrocksweg zu lagern, habe ein Anwohner erteilt, dessen Haus direkt gegenüber dem Grundstück liegt, sagt Bonensteffen.

Wie das Gelände wieder gereinigt wird, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der „Glocke“ vom 30. Mai 2015

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