Tony Blair -  smart und konsequent 
Tony Blair im Gespräch mit RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel.

Der war an Ort und Stelle noch im November Gast des Bertelsmann-Forums. Eine eigene Meinung habe er zu dessen Karriere allerdings nicht, sagt Blair am Montagabend. Es gibt aber durchaus Ähnlichkeiten bei beiden Politikern. Auch Blair gibt sich smart im Auftreten, lässt aber auch Unnachgiebigkeit in der Sache erkennen.

Nicht ohne Grund war er es, der 1997 mit dem bis dato größten Wahlsieg der Labour Party eine 18-jährige Regierungszeit der Konservativen beendete und an der Seite der USA nach dem 11. September 2001 in den Irak-Krieg zog. „Eine Entscheidung ist eine Handlung mit Konsequenzen, aber auch die Verweigerung einer Entscheidung ist eine Handlung mit Konsequenzen“, sagt Blair in einem anderen Zusammenhang.

Ein gute Stunde lang skizziert er in seiner Muttersprache seine Sicht der globalen Herausforderungen. Unter den Gästen lauschen Bertelsmann-Vorstände, der Europa-Abgeordnete Elmar Brok sowie Christoph und seine Frau Shobhna Mohn.

Anschließend übernimmt RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel (52) die Gesprächsführung. Ob es leichter sei, Premierminister zu sein, oder kein Premierminister zu sein, fragt er in Anlehnung an das Shakespeare-Zitat („Sein oder Nichtsein“) aus dem Drama Hamlet. Antwort: „Not to be...“ Blair lässt sich selten aus der Reserve locken, bleibt aber immer unterhaltsam.

Die Verbindung zu Bertelsmann besteht in seinen Memoiren, die er voriges Jahr im C.-Bertelsmann-Verlag veröffentlicht hat. Und Blair hat viel zu erzählen von den Hebeln der Macht.

Tony Blair wurde 1953 in Edinburgh geboren. 1983 zog er als Abgeordneter in das britische Unterhaus ein. 1994 übernahm er die Führung der Labour Party. Von Mai 1997 bis Juni 2007 war er britischer Premierminister. Seither ist Blair Sonderbotschafter des Nahostquartetts und repräsentiert in der Funktion die USA, die Vereinten Nationen, Russland und die Europäische Union.

Parallel hat Blair verschiedene gemeinnützige Organisationen ins Leben gerufen. Die Tony-Blair-Stiftung fördert beispielsweise die Verständigung unter den Weltreligionen. Der 57-Jährige ist verheiratet und hat mit seiner Frau Cherie Booth vier Kinder.

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