Tote Jugendliche: Fall wird neu aufgerollt
Die britische Schülerin Christina Menzies wurde am 13. Juni 1993 ermordet in  Gütersloh-Spexard aufgefunden. Trotz weiträumiger Ermittlungen wurde der Mörder  der Jugendlichen nicht gefunden. Neue Hinweise geben jedoch Anlass dafür, den  Fall wieder aufzurollen.

Christinas Mörder wurde trotz umfangreicher Ermittlungen der Britischen Militärpolizei und der deutschen Kriminalpolizei nicht gefunden. Jetzt hoffen John und Christine Menzies, dass es doch noch Vergeltung für das schreckliche Verbrechen gibt.

Die Royal Military Police hat bereits 2014 den ungeklärten Fall noch einmal durchgearbeitet. Dabei sollen Hinweise zutage getreten sein, die neue Ermittlungen sinnvoll erscheinen lassen. „Wir hoffen, dass es endlich Gerechtigkeit für unsere Tochter gibt“, sagte John Menzies der „Glocke“.

BBC greift Fall in Sendung auf

Auf seiner Facebook-Seite im Internet hat er einen Aufruf gestartet. Der 58-Jährige veröffentlichte am Sonntag dort drei Fotos, die seine Tochter Christina in unterschiedlichen Situationen zeigen. Die Ermittlungen der Polizei würden nun vorangetrieben, schreibt Menzies. In der Crimewatch Roadshow der BBC – ein ähnliches Format wie Aktenzeichen XY – würden die Bürger am heutigen Dienstag aufgerufen, weitere Hinweise zu geben.

„Wenn Sie in Deutschland sind, sehen Sie sich die Sendung an und denken Sie zurück an die Zeit“, bittet Menzies. Der Mord an Christina habe 1993 großes Aufsehen erregt. „Falls Sie irgendeinen Hinweis zu dem Verbrechen geben können, und erscheine er Ihnen auch noch so unbedeutend, wenden Sie sich an die Special-Investigation-Abteilung der Militär-Polizei.“

Die Gäste, die am Samstag, 12. Juni 1993, ebenfalls im Club 47 auf dem späteren Gelände der späteren Princess Royal Barracks gewesen seien, hätten jetzt vielleicht Kinder, die so alt seien wie seine Tochter damals. Seither sei eine lange Zeit vergangen. Vielleicht sei es Zeugen, die vor 24 Jahren geschwiegen hätten, jetzt möglich, ihre Hinweise an die Polizei weiterzugeben, hofft Menzies.

Facebook-Nutzer nehmen Anteil

Dem Aufruf von Christinas Vater, seinen Hinweis weiter im Internet zu verbreiten, folgten am Montag zig Facebook-Nutzer. Im Sekundentakt erschien der Hinweis, dass der Aufruf geteilt worden sei. Zudem sprachen Menschen der Familie Menzies ihr Mitgefühl aus.

„Wie schrecklich. Euer Verlust macht mich so traurig“, schrieb ein Nutzer. „Meine Kinder sind dort in den 80er-Jahren zur Primary-School gegangen. Ich kenne das Gelände gut.“ Eine Frau schreibt: „Die Eltern des Mädchens leben in einem Albtraum. Hoffen wir, dass der Mörder gefasst und bestraft wird.“ Reaktionen aus Frankreich, Australien und den USA trafen auf der Facebook-Seite von John Menzies ein.

Zahlreiche Medien berichten über den Mord

Auch in verschiedenen Medien wurde der ungeklärte Mord an Christina aufgegriffen. In der britischen Tageszeitung Daily Mirror wird beschrieben, wie die Tote nahe der Autobahn aufgefunden wurde und wie die Eltern verzweifelt nach ihrer Tochter suchten, als sie nach dem Discobesuch nicht mehr nach Hause kam.

Auch „Die Glocke“ berichtete 1993 über den grausamen Tod der 16-jährigen Schülerin. Militärpolizei und die deutsche Polizei machten sich gemeinsam auf die Suche nach dem Mädchen.

Mädchen wird in Spexard tot aufgefunden

Am Sonntag, 13. Juni, wurde seine Leiche in Spexard an der Straße In der Worth, an der Einmündung zum Stükerkamp, kurz vor der Überführung über die Autobahn 2 gefunden. Die Untersuchungsergebnisse des damals eingeschalteten Pathologen sollen die Vermutung der Ermittler bestätigt haben, dass Christina Menzies an der Stelle, an der sie gefunden wurde, auch erdrosselt worden war.

Verdächtigem kann nichts nachgewiesen werden

Ein Mann geriet damals ins Visier der Ermittler. Letztendlich konnte ihm eine Verbindung zu dem Verbrechen jedoch nicht nachgewiesen werden.

Die Ermittlungen zum Tod von Christina Menzies gehörten in den 1990er-Jahren zu den intensivsten, die die Special-Investigation-Abteilung der Royal Military Police bis dahin in Deutschland durchgeführt hatte. Ein besonderes Untersuchungs-Team wurde gegründet, das eng mit den deutschen Ermittlungsbehörden zusammenarbeitete.

Mehr als 300 Mitarbeiter vom Gütersloher Flugplatz, Angehörige der Royal Air Force sowie Zivilisten wurden befragt. Aber auch die intensive Fahndung, forensische Untersuchungen und Aufrufe an mögliche Zeugen brachten kein Ergebnis.

In Deutschland keine Hinweise für Wiederaufnahme der Ermittlungen

Die Gütersloher Polizei hat bisher keine Hinweise, dass in dem Fall neue Ermittlungen aufgenommen werden. Von der Bielefelder Polizei gab es am Montag noch keine Auskunft.

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