Trotz Überraschungen im Zeitplan
Alfon Buske (links) und Klaus Meiertoberens

„Wir haben sehr viele alte Leitungen gefunden, die uns gar nicht bekannt waren, weil wir sie nicht in den Bestandsplänen haben“, sagt Alfons Buske, Leiter des Fachbereichs Tiefbau, beim Ortstermin mit der „Glocke“. Versorgungs- und Entsorgungsleitungen sowie Stromkabel legten die Bagger nach und nach frei. „Davon waren einige noch in Betrieb“, so Buskes Kollege Klaus Meiertoberens. Erstaunlich war für die Fachmänner, dass mehrere alte Leitungen massiv mit Beton ummantelt waren. „Davon müssen die damals raue Mengen gehabt haben“, mutmaßt der Tiefbau-Chef. Allein der Abtransport der Ummantelungen sei aufwändig gewesen.

Vorsicht bei 10000 Volt

Die Baggerführer der ausführenden Firma Gröschler (Buske: „Die bringen Erfahrung mit“) wissen, dass sie vorsichtig vorgehen müssen. Eine 10 000-Volt-Leitung zu kappen, hätte fatale Auswirkungen. „In dem Fall würde in die Baggerschaufel ein Loch gebrannt“, sagt Buske, der Ähnliches schon mal erlebt hat. Weil die Versorgung – anders als in einem Neubau – gewährleistet sein muss, wird bei der Verlegung der neuen Rohre und Leitungen permanent umgeklemmt. Hauptader ist der erneuerte Regenwasserkanal – Rohrdurchmesser 900 Millimeter. EinKernbohrgerät schneidet mehrere kreisrunde Löcher in das Ungetüm, damit dort die Leitungen der Gullis angeschlossen werden können. Auch die teilweise bereits verlegten neuen Kunststoffrohre der Stadtwerke fallen ins Auge. Durch die gelben wird Gas, durch die blauen Wasser strömen. Wenn schon alles aufgerissen ist, gilt es Vorsorge zu treffen. Mehrzügige Leerrohre dienen als Reserve für Leitungen, die in Zukunft benötigt werden.

Anfang Oktober erfolgt Freigabe

Trotz der Überraschungen „sind wir voll im Zeitplan“, betont Klaus Meiertoberens. Die Kanal- und Leitungsbaumaßnahmen würden Ende August abgeschlossen sein, dann begönnen die Straßenbauarbeiten. Los geht es mit der Bordsteinführung. „Anfang Oktober kann die Unterführung wieder freigegeben werden“, so Meiertoberens zuversichtlich. Die Kosten für alle Arbeiten im Bereich der Unterführung betragen 600 000 Euro.

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