Turniertanz - ein Sport wie jeder andere
Wollen sich auf dem Tanzparkett bewähren: (v. l.) Caroline Arndt und Leon Busche (Verler Gymnasium), Lia-Sophie Schönrock und Mehtap Colakoglu (ESG) sowie Sara Kettmann und Anna-Marie Lila Kloss (Städtisches Gymnasium)

Sechs Stunden hatten sechs Mannschaftsführer an den Gymnasien in Verl, Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh mit den Kandidaten trainiert. „Einige sind schnell wieder abgesprungen und andere trauen sich noch nicht, vor Publikum zu tanzen“, sagte Moderator und Cheftrainer Jörg Helmer am Freitag. Diejenigen, die den „Wiegeschritt“ im Cha-Cha und langsamen Walzer wagten, waren in jedem Fall mit viel Spaß bei der Sache. „Es will eben nicht jeder über Hürden springen oder dem Ball hinterherhechten“, freute sich die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Paskarbies über das Selbstbewusstsein der jungen Tänzer. Ein Beispiel, dass es nicht unbedingt das runde Leder sein muss, um Höchstleistung zu bringen, ist Jörg Helmer als Großcousin des ehemaligen Fußballprofis Thomas Helmer.

Jungen brauchen Mut, sich dem Mädchenüberschuss zu stellen

„Ich tanze für mein Leben gern“, freut sich Jonas Krieft aus Rheda-Wiedenbrück zusammen mit seiner Partnerin Larissa Hohma über die Möglichkeit, dem Tanzen auch sportliche Aspekte abzugewinnen. Der Ehrgeiz wurde belohnt. Das Nachwuchspaar erreichte beim Wettbewerb den ersten Platz. Erik Siggemann hat das Tanzen noch nicht für sich entdeckt. Gemeinsam mit Jamila Lückewille möchte er „die Sache einfach mal ausprobieren“. Ebenso wie Leon Busche aus Verl mit Caroline Arndt und Leon Kirsch aus Friedrichsdorf mit Partnerin Celine Hartmann. Das Jungen-Trio fällt in der Gruppe der Elf- bis Zwölfjährigen auf wie Kirschsaft auf einem weißen T-Shirt. In dem Alter gehört Mut dazu, sich auf dem Parkett dem Mädchen-Überschuss zu stellen. Entsprechend viele rein weibliche Paare tummelten sich auf der Tanzfläche. „Jungen tun sich etwas schwerer“, sagte der zweite Tanzclub-Vorsitzende Dieter Wöhning. Dem Spaß tat das jedoch keinen Abbruch. Nach der ersten Runde war das Eis gebrochen. Am Eingang zur Tanzfläche wurden Fehler analysiert, was in der nächsten Runde besser zu machen sei oder noch einmal die gelernten Schritte trocken geübt. Dann ging es hinaus. Grundstellung, die Musik erklingt, leicht wippend eingezählt und los geht es. Alle Berührungsängste sind vergessen. Tanzen – ein Sport wie jeder andere.

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