Unterwegs in der „Langenachtderkunst“
Bild: Dünhölter
Die Graffiti-Sprayer am Dreiecksplatz wurden zum Dreh- und Angelpunkt der "langenachtderkunst" in Gütersloh.
Bild: Dünhölter

 Tausende tummelten sich am Samstagabend in der Innenstadt, gespannt auf das, was die Organisatoren ihnen an 27 Stationen bieten würden. Dabei orientierten sich die meisten bei ihrem Bummel an den Aufführungszeiten der Straßentheater-Compagnien: Was es an Ausstellungen, Performances und Mitmachaktionen zu erleben gab, wurde zwischen den Open-Air-Vorstellungen in Augenschein genommen – falls genügend Zeit blieb und die Füße keine Pause verlangten.

Nicht nur als optischer Dreh- und Angelpunkt erwies sich der Dreiecksplatz, wo jugendliche Sprayer aus der Region mit ihrer augenfälligen Kunst aus der Dose eine raumgreifende, 38 Meter lange Graffiti-Schneise durch die Nacht sprühten. Ein Tagebuch der Facebook-Generation – bunt, hintersinnig und kurzweilig.

Als „traumhaftes Publikum“ apostrophierte der Paderborner Maler Herman die Besucher im Netzwerkhof, wo seine bissig-satirisch verfremdeten Tier- und Allerweltsgegenstände für Vergnügen sorgten. Mit den expressiven Fotografien von Glasobjekten bei Artvertise, den Anti-GewaltRadierungen von Ivan Diaz bei Inlingua und vor allem der großflächigen Malerei von Jobst Tilmann im Kunstverein avancierte die Hohenzollernstraße zur viel frequentierten Kunstmeile. Lediglich mit dem Film „Das erste Kapitel“ im „Expo 3“ konnten sich viele nicht anfreunden: Apokalyptisches in der Endlosschleife – auch wenn’s gut gemacht ist – wollte nicht so recht zur sommerlich-heiteren Atmosphäre dieser Nacht passen.

 Für Slapstick und Spaß sorgte beispielsweise das britische Trio „Ramshacklicious“ an der Altstadtschule. Wer das Glück hatte, trotz Massenandrangs einen vorderen Platz zu ergattern, der erlebte ein temporeiches, musikalisches Spiel, bei dem auch schon mal die Hüllen fielen.

Welch wundersame Poesie eine mit Menschen besetzte Spieluhr entwickeln kann oder  wie sich ein Haus am Kirchplatz künstlerisch entflammt, das lesen Sie in der Montagsausgabe der Gütersloher „Glocke“.

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