Veerhoffhaus erstrahlt in neuem Glanz
Begeistert vom sanierten Veerhoffhaus: (v. l.) Denkmalpfleger Ulrich Paschke, Architekt Anton Bussmann und Projektleiter Andreas von Boehn vom Fachbereich Immobilienwirtschaft.

„Ich freue mich, dass die Arbeiten jetzt abgeschlossen sind“, sagt Baudezernent Josef E. Löhr. Das gesamte Stadtbild werde mit dem Veerhoffhaus als Eingangstor zur Innenstadt aufgewertet. Insgesamt 772 000 Euro hat die Sanierung gekostet. 195 000 Euro hat die Staatliche Denkmalpflege des Landes Nordrhein-Westfalen übernommen. Fast zwei Jahre haben die Sanierungsarbeiten gedauert. Zimmerleute, Dachdecker, Rohbauer, Maler und Restauratoren waren in den vergangenen Monaten am Werk. Nachdem das Dach instand gesetzt und das Fachwerk restauriert worden war, machten sich die Handwerker an die Innenräume.

Deckenmalerei freigelegt

Architekt Anton Bussmann vom Architekturbüro Schröder und Gaisendrees zeigt beim Rundgang, wie sich das Haus verändert hat. „Wir haben die alten Holzböden freigelegt, abgeschliffen und geölt“, erklärt er. Sie waren unter Schichten von Linoleum und Teppich verborgen. Die Heizkörper sind aus den Räumen verschwunden. Eine moderne Heizung ist eingebaut worden. die hinter dem Lehmputz verschwindet. Denkmalpfleger Ulrich Paschke, der die Arbeiten begleitet hat, macht auf eine Deckenmalerei in einem der oberen Räume aufmerksam. „Das ist etwas ganz Seltenes in Gütersloh“, betont er und zeigt auf verblasste Ornamente, die auf der Eichendecke zu erkennen sind. „Ich habe gleich erkannt, was das ist“, erwidert er schmunzelnd auf den Hinweis, dass ein Laie die kunstvolle Malerei auch leicht übersehen könnte. Wer jetzt neugierig geworden ist und das sanierte Veerhoffhaus einmal selbst in Augenschein nehmen möchte, hat dazu am 11. September zum ersten Mal die Gelegenheit. An diesem Tag des offenen Denkmals werden auch die Türen des Veerhoffhauses für die Bürger geöffnet. Die Zentrale Öffentlichkeitsarbeit der Stadt präsentiert dann eine Dokumentation über die Renovierung des Fachwerkgebäudes, die zusammen mit dem Stadtarchiv erstellt worden ist. Für Freitag, 16. September, ist die offizielle Schlüsselübergabe an den Vorstand des Kunstvereins für den Kreis Gütersloh geplant.

Kunstverein kehrt zurück

Am 16. September kehrt der Kunstverein für den Kreis Gütersloh in sein angestammtes Domizil am Alten Kirchplatz zurück. Zur Wiedereröffnung der Ausstellungsräume verwandelt der Verein das Veerhoffhaus in ein apokalyptisches Kunstkabinett. Gezeigt wird der Dürer-Zyklus „Apocalipsis cum Figuris: Die Heimliche Offenbarung Johannes“. Ergänzt werden sollen die 15 Blätter von Albrecht Dürer (1471 bis 1528) durch Arbeiten 20 zeitgenössischer Künstler, die sich auf die Werke Dürers und auf die Apokalypse beziehen. Die erste Schau im Veerhoffhaus trägt den Titel „Ars Apocalipsis – Kunst und Kollaps“. „Das Veerhoffhaus ist toll renoviert worden“, sagte Malte Boecker, Vorstandsmitglied des Kunstvereins am Freitag beim Rundgang durch das Gebäude. „Wir hoffen, dass wir jetzt noch mehr Menschen aus Gütersloh und der Umgebung erreichen, auch die, die bisher noch keinen so guten Draht zum Kunstverein hatten.“

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