Verteidiger wollen auf Freispruch plädieren
Bild: Dinkels
Plädieren auf Freispruch: die beiden Rechtsanwälte des Verlers, Dr. Carsten Ernst (l.) und Sascha Haring, bei einem früheren Prozesstermin vor dem Gerichtssaal im Bielefelder Landgericht. 
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„Das war bisher unsere Marschroute und das ändert sich nicht“, sagte Rechtsanwalt Sascha Haring am Montag auf Nachfrage. Dr. Carsten Ernst werde voraussichtlich zuerst reden, erklärte Haring das Konzept der Verteidiger. Ernst werde darstellen, was für ein Mensch der angeklagte 29-jährige Verler sei, der am 24. Dezember 2013 die 74 Jahre alte Ärztin und ihren drei Jahre älteren Bruder sowie deren Hund erstochen haben soll. „Ich werde meinen Schwerpunkt anschließend auf die Indizien legen“, sagte Haring. Dabei sei nicht auszuschließen, dass sich einige Punkte in den Plädoyers überschneiden würden.

Staatsanwalt Mackel hatte am 2. Februar in seinem Plädoyer betont, dass er nicht den geringsten Zweifel hege, dass der Angeklagte der Mörder sei. Mackel hatte eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Dabei müsse die besondere Schwere der Schuld berücksichtigt werden. Mehr als zwei Stunden hatte das Plädoyer des Anklägers gedauert. „Ich gehe davon aus, dass wir insgesamt etwa anderthalb Stunden für die Reden brauchen“, sagte Rechtsanwalt Haring. Er selbst formuliere gern präzise und knapp.

Der angeklagte Verler hofft auch nach der Forderung des Staatsanwalts nach einer lebenslangen Haftstrafe auf einen Freispruch. „Er baut weiterhin auf einen positiven Ausgang“, erklärte Haring auf die Frage, wie sein Mandant auf das Plädoyer des Staatsanwalts reagiert habe. Ernst und Haring hätten den 29-Jährigen darauf hingewiesen, dass auch eine Verurteilung möglich sei. „Wir müssen als Verteidiger schon über die Möglichkeit von Rechtsmitteln nachdenken“, betonte Haring. Aber es sei völlig offen, zu welchem Ergebnis die Zehnte Große Strafkammer schließlich komme. Der Prozess wird an diesem Mittwoch, ab 13.30 Uhr fortgesetzt.

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