Verwaltung erteilt City-Tower Absage
Zu vermieten: Dieses Angebot gilt wahrscheinlich auch weiterhin nur für die Werbeflächen unter der Uhr auf dem sogenannten Büsker-Eck. Die Verwaltung empfiehlt der Politik, dort keinen City-Tower errichten zu lassen.

Der Gütersloher Rechtsanwalt Johannes Steiner hatte im vergangenen Monat ein Konzept für den Bau eines achtgeschossigen Hochhauses auf dem Platz gegenüber dem Rathaus vorgestellt. Mögliche Käufer: vermögende Manager und Unternehmer, die im Alter ihr Haus gegen eine zentral gelegene Stadtwohnung eintauschen wollen. „Es gibt drei Hauptgründe gegen eine Änderung des Bebauungsplans“, erklärt Michael Zirbel, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung auf Nachfrage der „Glocke“. Aus städtebaulicher Sicht passe ein achtgeschossiges Gebäude einfach nicht in das Umfeld. Der 28 Meter hohe Turm auf einer kleinen Grundfläche würde sowohl das Rathaus als auch das Holiday-Inn-Hotel überragen. „Die umstehenden Bauten sind nur vier- bis fünfgeschossig. Das passt nicht zusammen“, sagt Zirbel.

Häuser auf der Mauerstraße liegen im Schatten

Zudem könnten sich Belichtungsprobleme für die direkte Nachbarschaft ergeben, führt der Stadtplaner weiter aus. Durch den Steiner-Bau würden die Häuser auf der Mauerstraße im Schatten liegen. Ein weiteres Argument gegen die Bebauung des kleinen Platzes sei die Stadtgeschichte. Bis in die 60er-Jahre sei das Areal zwischen Strengerstraße über die heutige Friedrich-Ebert-Straße mit dem „Busch“ genannten Quartier bebaut gewesen, das den ärmeren Teil der Bürger aufgenommen habe. Davon zeuge die sogenannte Büsker-Gedächtnis-Kastanie. Durch das Wohnhaus würde der Erinnerungswert geschädigt. Michael Zirbel betont zudem, dass der Neubau eine visuelle Beeinträchtigung bedeuten würde. „Wir brauchen gerade in der Innenstadt auch etwas fürs Auge.“

Entscheidung am 30. August

Die Mitglieder des Planungsausschusses müssen den Vorschlag der Stadtverwaltung in der nächsten Sitzung am Donnerstag, 30. August (17 Uhr, Ratssaal), diskutieren. Stadtbaurat Josef E. Löhr hatte bereits bei der Vorstellung der Pläne erklärt, dass er möglichst schnell ein Meinungsbild der Politik benötige. Die Stadt sei nämlich auf dem Sprung, den Platz mit Rasen und kleinen Wegen umzugestalten. Das Land hat dazu bereits Fördermittel in Aussicht gestellt. Sie fließen aber nur, wenn mit der Baumaßnahme noch in diesem Jahr begonnen wird.

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