Verwaltung gegen „Bei Anruf Licht“
Bild: Stadt Gütersloh
Bei Anruf Licht: Die Verwaltung will dieses System der Stadtwerke Lemgo in Gütersloh nicht einführen.
Bild: Stadt Gütersloh

Als Gründe nennt sie in der Vorlage immer wieder auftretende technische Probleme, überwiegend negative Rückmeldungen von Bürgern, vor allem aber eine mangelnde Kostenersparnis bei der Nachtabschaltung der Laternen. Dem Ausschuss empfiehlt sie daher, andere Ansätze zur Reduzierung des Stromverbrauchs und damit der Kosten zu verfolgen.

Das Versuchsprojekt lief von Mitte Juli 2011 bis Ende Juni dieses Jahres in Avenwedde-Bahnhof und Blankenhagen, in der Determeyer-Siedlung sowie in Kattenstroth und Niehorst. Insgesamt wurden rund 500 Straßenleuchten zwischen 23 und 5 Uhr ausgeschaltet, ab Ende Oktober zwischen 24 und 5 Uhr. Wer in der Zeit, etwa auf dem Heimweg, Licht benötigte, musste sich beim System der Stadtwerke Lemgo registrieren lassen und konnte dann per Handy das Licht etwa für eine Viertelstunde einschalten.

Entgegen den Befürchtungen von Anwohnern wurde keine Zunahme von Straftaten festgestellt. Das bestätigten Recherchen und Statistiken der Kreispolizeibehörde. Weder Körperverletzungen noch Eigentumsdelikte traten demnach vermehrt auf. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle sei nicht gestiegen, heißt es in der Vorlage.

Allerdings habe es immer wieder Störungen des Systems gegeben, teilweise auch durch missbräuchliche Nutzung. Die Fehleranfälligkeit habe zwar abgenommen, „aber absolut störungsfrei über einen Zeitraum von 14 Tagen hinweg hat die Technik zu keinem Zeitpunkt funktioniert“, heißt es in der Vorlage.

Entscheidend aus Sicht der Verwaltung ist aber eine geringe Kosteneinsparung. „Dial4light“ rechne sich mit Betriebs- und Anschaffungskosten überhaupt nur dort, wo noch ältere Quecksilberdampflampen (HQL-Leuchten) im Einsatz seien, die viel Strom verbrauchten. Die sollen aber bis 2015 ohnehin durch sparsame LED-Leuchten ersetzt werden. Die Investitionskosten bei einer flächendeckenden Einführung von „dial4light“, immerhin rund 170 000 Euro, will die Verwaltung lieber anderweitig einsetzen.

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