Vesperkirche erlebt eine Neuauflage
Bild: Dinkels
Gehören zum Organisationsteam auch der zweiten Vesperkirche: (v. l.) Manuela Grunert, Ludger Osterkamp, Dr. Nils Wigginghaus, Stefan Salzmann und Simone Klusmeier bereiten mit einem zwölfköpfigen Team die Neuauflage in der Martin-Luther-Kirche vor.
Bild: Dinkels

Vom 27. Januar bis zum 10. Februar 2019 wollen sie wieder allen Güterslohern die Möglichkeit bieten, kostenlos und gemeinsam in der Martin-Luther-Kirche zu speisen. Eine Spende ist gleichwohl auch diesmal erwünscht.

„Es gibt ein Bedürfnis nach Gemeinschaftlichkeit auch in einem solchen Rahmen“, sagte Dr. Nils Wigginghaus am Freitag. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass das eine solche Dynamik entfacht.“ Der Rechtsanwalt hatte die Idee aus Süddeutschland mitgebracht. Viele hätten den Wunsch geäußert, die Vesperkirche zu wiederholen. Geplant sei jetzt zunächst nur eine Neuauflage für 2019.

Wigginghaus: „Die Energie der Vesperkirche besteht auch darin, dass sie sich jedes Mal neu erfindet und zusammensetzt.“ Geht es nach Pfarrer Stefan Salzmann, dann darf sie in diesem Jahr vor dem Hintergrund aktueller Debatten auch gern „etwas politischer“ ausfallen: „Alle sind willkommen.“

Einige wenige Änderungen gibt es: So solle es ein bis zwei Brotzeiten am frühen Abend geben, um auch Berufstätigen die Teilnahme zu ermöglichen, die mittags keine Zeit haben. Bei der ersten Auflage konnten außerdem nicht alle Gruppen und Organisationen berücksichtig werden, die ihre Hilfe angeboten hatten. Sie kamen auf eine Warteliste und sollen jetzt zum Zuge kommen. „Es werden aber trotzdem noch Helfer gesucht“, sagte Wigginghaus. Außerdem wird die Veranstaltung um eine Woche ins Jahr verschoben, weil der Abstand zu Neujahr zu kurz gewesen sei.

Ansonsten können die Organisatoren auf „ein bewährtes Team zurückgreifen“, wie es am Freitag hieß. Das Essen kommt wieder aus der Küche des Katharina-Luther-Hauses. Den Transport übernimmt die Gütersloher Tafel. Um sauberes Geschirr kümmert sich die Arbeitslosenselbsthilfe und um saubere Gläser das Parkhotel.

Außerdem sollen die 15 Tage wieder komplett durch Spenden und Sponsoren finanziert werden. Fünf bis sechs Euro kalkuliert Wigginghaus pro Essen. Zuletzt gingen 6000 über den Tresen. Größter Spender war damals die Evangelische Stiftung mit knapp 20 000 Euro. Darauf können die Veranstalter diesmal nicht setzen. Allerdings ist die Hardware – das sind die farbigen Tischplatten – schon vorhanden. Sie wurden bei der Firma Husemann eingelagert.

Für die erneute Nutzung der Kirche war ein Presbyteriumsbeschluss notwendig. Gleichwohl betonte Wigginghaus: „Es ist ein stadtgesellschaftliches Projekt, kein kirchliches.“

6000 Esse ausgegeben

Bei der Premiere Anfang des Jahres sind 6000 kostenlose Mittagessen ausgeben worden. Die Landfrauen schenkten 7000 Tassen Kaffee aus. 600 ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz.

In der Vesperkirche gibt es 150 Sitzplätze an den Tischen. Bei der Erstauflage wurde wegen des starken Andrangs ein Zweischicht-System eingeführt.

Die Premiere in Gütersloh hat ein überregionales Echo und auch Nachahmer gefunden.

Bei der Neuauflage sind wieder vier Abendveranstaltungen vorgesehen, darunter ein Kino-Abend. Außerdem werden drei Gottesdienste teils mit experimentellem Charakter gefeiert.

Interessenten, die bei der Vesperkirche helfen möchten, sollten sich über die Internetseite oder direkt beim Orga-Team melden. Das gilt auch für Spender und Sponsoren.

www.vesperkirche-guetersloh.de

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