Volksbank blickt auf erfolgreiches Jahr
Bild: Dinkels
Ein eingespieltes Team, aber nur noch bis Ende Juni: Die Volksbank-Vorstände (v. l.) Reinhold Frieling, Thomas Sterhoff (Vorsitzender) und Michael Deitert stellten am Freitag in der Zentrale am Bielefelder Kesselbrink die Bilanz für das Jahr 2018 vor.
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„Als führende Genossenschaftsbank in der Region haben wir unser Profil weiter geschärft“, sagte Sterthoff in der Zentrale am Bielefelder Kesselbrink. „Gütersloh und Bielefeld sind zusammengewachsen und tragen beide zum guten Ergebnis bei“, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Die Bilanzsumme legte um 5,9 Prozent auf 4,43 Milliarden Euro zu. Der Überschuss aus 2018 beläuft sich auf 8,7 Millionen Euro (Vorjahr 8,6 Millionen). 1,9 Millionen sollen an die Mitglieder ausgeschüttet werden. Um einen Euro zu verdienen, musste die Genossenschaftsbank mit 69 Cent etwas mehr aufwenden als im Vorjahr (67 Cent).

Als wichtige Säule der Geschäftsentwicklung habe sich das Kreditgeschäft erwiesen. Die gesamten Kundenforderungen beliefen sich zum 31. Dezember 2018 auf 3,07 Milliarden Euro (plus 7,5 Prozent). An Privatkunden, Investoren und Unternehmen wurden 860 Millionen Euro an neuen Krediten ausgegeben. „Da sagt der Ostwestfale: Das ist ordentlich“, so Sterthoff.

Die Firmenkundenkredite legten um 7,3 Prozent auf 567,6 Millionen Euro zu. Nach einem starken Vorjahr wuchsen auch die vermittelten Immobilienkredite noch einmal um 13,8 Prozent auf 377,9 Millionen Euro („sehr erstaunlich“). Der Trend werde anhalten, aber durch einen Engpass bei den Immobilien begrenzt.

Nach unten wiesen lediglich die Wertpapierbestände mit minus 7,5 Prozent. Das sei dem schwierigen Börsenumfeld geschuldet, so Sterthoff. Der Aktienindex DAX sei 2018 um 18,26 Prozent gesungen, die Volksbank habe sich dabei besser behauptet als der Markt. „Wir glauben, dass sich das Börsenumfeld 2018 positiv entwickeln wird.“

Für die wirtschaftliche Entwicklung gebe es einige Unwägbarkeiten wie den Brexit und den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Die Situation bei den heimischen Firmenkunden sei aber nach wie vor außerordentlich gut und freundlich. Sterthoff: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch 2019 wieder ein ordentliches Jahr werden wird.“

Aus Sicht des Vorstandschefs ist 2018 „ein ganz besonderes Geschäftsjahr“ gewesen. Der Quasi-Neubau der Zentrale am Kesselbrink sei mit 17,5 Millionen Euro nach dem Neubau in Gütersloh die zweitgrößte Investition in der Geschichte gewesen. Insgesamt habe man 2018 30,5 Millionen Euro investiert - unter anderem auch in die Quartiersentwicklung an der Wilhelmstraße in Bielefeld.

Der schleichende Personalabbau wurde 2018 fortgesetzt. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 27 auf 747. Vor allem aus Altersgründen freiwerdende Stellen wurden nicht wieder besetzt. Die Zahl der Mitglieder stieg hingegen um 4321 auf 109 600.

Öffentlich geförderter Wohnungsbau

Die Volksbank steigt verstärkt in den öffentlich geförderten Wohnungsbau ein. „Wir wissen, wie angespannt die Lage auf den Wohnungsmärkten ist und wie stark die Mieten steigen“, sagte Vorstandsmitglied Michael Deitert. Daher sei es wichtig, nicht nur Quartiere zu entwickeln wie das Kaiserquartier, „sondern auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Sterthoff nannte noch einen zweiten Grund: Auch für Banken stelle sich in Niedrigzinszeiten die Frage der Geldanlage.

An der Heidewaldstraße in Gütersloh baut die Volksbank auf dem Gelände einer ehemaligen Gasstätte ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen, die auch im Besitz der Volksbank bleiben sollen. Der Rohbau steht, und die Fertigstellung ist für Mitte des Jahres geplant. In Bielefeld an der Bleichestraße entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit 19 Miet-, Eigentums- und öffentlich geförderten Wohnungen.

Die Volksbank-Tochter Geno Immobilien plant in Wiedenbrück an der Hellingrottstraße ein 22 000 Quadratmeter großes Wohnquartier mit Häusern und Eigentumswohnungen, aber auch mit Mietwohnungen und öffentlich gefördertem Wohnungsbau. In Gütersloh errichtet die Bauträgergemeinschaft Geno/G-eins das Kaiserquartier im Winkel von Friedrich-Ebert- und Eickhoffstraße. Die Volksbank will dort laut Sterthoff auch einen Block mit Wohnungen erwerben, aber selbst keine Büroflächen nutzen. Ein Sprung über die Friedrich-Ebert-Straße sei nicht geplant.

Geno Immobilien hat 2018 324 Verträge mit Verkaufspreisen in Höhe von 59,4 Millionen Euro vermittelt. Die Geno-Hausverwaltung betreut inzwischen 1084 Wohneinheiten.

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