Vom Facettenreichtum des Eintönigen
Bild: Gans
Ein ungewöhnliches, bis hin zur Sprachlosigkeit reichendes Programm offerierten Professor Peter Kreutz und die Sopranistin Kisun Kim im Forum Lied.
Bild: Gans

 Dass auch das Publikum dafür die Neugierde mitbringt, zeigten am Wochenende zwei gut besuchte Konzerte in der Studiobühne.

„Ein Ton“ heißt das Lied, das Peter Cornelius auf einen eigenen Text komponiert hat und das seinen eher rezitativischen Charakter daraus bezieht, dass es tatsächlich immer nur auf einen Ton gesungen wird. Dass diese Eintönigkeit nicht Langeweile bedeutete, dafür bürgte neben einer diesen Ton in immer neuen Harmonien und Farben umspielende Klavierbegleitung auch Sopranistin Kisun Kim. Sie brachte dieses Lied im Verein mit Peter Kreutz so spannungsvoll unter einen Bogen, dass man kaum gewahr wurde, dass sich an der Tonhöhe nichts änderte.

 In zwei anderen „Liedern“ dieses ungewöhnlichen Programms gingen den Komponisten nicht die Töne, wohl aber die Worte aus. Vokalisen von – unvermeidbar – Sergej Rachmaninow und – unvergleichlich – Olivier Messiaen umrahmten das Einton-Stück. Hinreißende Werke, in der Kisun Kims schlanker, durch angenehmes Vibrato belebter Sopran Intonationsgenauigkeit und langen Atem offenbarte und die melodischen Linien in expressive Farben tauchte.

Da Peter Kreutz dieses Forum Lied als nachgeholtes Jubiläum betrachtete – beim Wechsel der seit elf Jahren bestehenden Reihe von der Kreismusikschule ins Theater fiel das 50. Konzert unter den Tisch –, standen auch „richtige“ Lieder auf dem Programm. Subtile Gestaltung Forderndes wie „Heimliches Lieben“ von Schubert zeigte die bereits vielfach ausgezeichnete Detmolder Studentin zu Beginn allerdings noch etwas gehemmt und nicht immer klar artikuliert, wiewohl sie in „Nacht und Träume“ mit schönem Legato überzeugte.

Die komplette Kritik lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Gütersloher „Glocke“.

  

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