Vom Stadtentdecker zum Stadtführer
Bild: Frielinghaus
Die Bildungspartnerschaft zwischen Stadtmuseum und Anne-Frank-Gesamtschule haben (vorn, v. l.) Dr. Franz Jungbluth (Leiter des Stadtmuseums) und Jörg Witteborg (Schulleiter der AFS) gestern in einem Kooperationsvertrag festgehalten.
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Am Ort des Geschehens haben gestern AFS-Schulleiter Jörg Witteborg und Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth einen Kooperationsvertrag für eine Bildungspartnerschaft zwischen den beiden Institutionen unterzeichnet.

Kooperation vorerst auf zwei Jahre ausgelegt

Schon seit längerem geht der Trend an der Gesamtschule immer mehr dahin, von gewohnten Unterrichtsstrukturen abzuweichen und das Schulgebäude für bestimmte Einheiten im Lehrplan zu verlassen. So führt der Weg der neunten Klassen der AFS regelmäßig in das Stadtmuseum, um die dortige Dauerausstellung zum Nationalsozialismus zu besuchen. Aufgrund der lokalen Verknüpfung durch Einzelschicksale von Güterslohern werde das Thema für die Jugendlichen greifbarer, erklärt Schulleiter Jörg Witteborg.

Bislang habe die Zusammenarbeit zwischen Museum und Gesamtschule inoffiziell stattgefunden. Da sie bisher so gut funktionierte – „Die Schüler der Anne-Frank-Schule waren im vergangenen Jahr unserer treuesten Besucher“, fügte Dr. Franz Jungbluth hinzu– , habe man sich dazu entschieden, eine offizielle Bildungspartnerschaft einzugehen. Sie ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt. In Rahmen dessen sollen künftig gemeinsame Projekte durchgeführt werden, die auf die unterschiedlichen Jahrgangsstufen und deren Lehrplan zugeschnitten sind.

Schüler zeigen ihr Gütersloh

Geplant ist im Schuljahr 2018/2019 die Planung, Organisierung und Durchführung der AG „Vom Stadtentdecker zum Stadterklärer“ für die Klassen acht und neun. Ebenfalls beteiligt daran sind das Stadtarchiv und die Volkshochschule. Dafür werden die Jungen und Mädchen im November montags in das Museum kommen, um Güterslohs Geschichte zu entdecken. Ziel ist es, im Mai 2019 Stadtführungen von Schülern für Schüler anzubieten. „Es geht nicht darum, den Jugendlichen die Sicht der Erwachsenen auf Gütersloh aufzuzwingen“, erklärt Michael Schüthuth, Koordinator der Gesellschaftswissenschaften am AFS. Vielmehr sollen sie Gütersloh aus ihrer Perspektive zeigen.

Für die neunten Klassen sollen im laufenden Schuljahr sechs Stadtführungen zum Thema „Gütersloh unterm Hakenkreuz“ geplant, organisiert und durchgeführt werden. Außerdem soll ein Projekt im Bereich der historisch-politischen Bildung mit lokalgeschichtlicher Anbindung für die Jahrgangsstufen fünf und sechs entwickelt werden.

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