Von der Straße auf die Schiene
Wollen Verkehr von der Straße auf die Schiene bringen: (v. l.) TWE-Vorstand Thomas Kratzer und Duisport-Agency-Geschäftsführer Volker Schmitz mit den Projektmanagern Michael Kirschner (Duisport) und Stefan Krekelberg (Captrain) am Bahnhof Nord.  Bild: Dinkels

Die Projektbeteiligten geben sich zuversichtlich, dass der Neustart mit dem „Westfalica Shuttle“ diesmal gelingt. „Der Unterschied zu früher ist die Anbindung an einen starken Partner, der eine Drehscheibe anbietet“, erklärt der Geschäftsführer des neuen Partners Duisport Agency, Volker Schmitz.

Vom Duisburger Hafen geht es weiter per Zug oder Schiff in die wichtigsten europäischen Städte wie Mailand, Barcelona, Moskau und Paris sowie die internationalen Häfen in Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam und Zeebrugge. „Wir denken in Langstrecken“, so Schmitz. Erst ab 300 Kilometern ergebe der kombinierte Verkehr Sinn. In diesem Konzept ist Spexard nur ein Baustein. Ohne eine Anbindung an eine solche Drehscheibe habe ein Satellitenterminal keine Chance, sagt Schmitz.

Noch bedeckt halten sich die Beteiligten auf die Frage nach den Kunden. „Wir haben das Gespräch mit den Unternehmen und den Speditionen gesucht und die Bedürfnisse abgeklopft“, sagt Stefan Krekelberg, Projektmanager bei der TWE-Mutter Captrain, die die Züge stellt und die Transportleistung erbringt. Der Küchenhersteller Nobilia sei an Bord. Weitere Namen wollten er und TWE-Vorstand Thomas Kratzer nicht nennen. Wenn der Zug erstmal fahre, werde auch die Nachfrage steigen.

Schmitz berichtet von zwei Reedereien und einem „Großverlader“ im Raum Duisburg, die Kunden in der Region hätten und die Strecke nutzen wollten.

Wie berichtet, soll zunächst viermal die Woche ein Zug in Gütersloh Richtung Duisburg starten. Transportiert werden alle gängigen Ladeeinheiten wie Container, Wechselbrücken und Sattelauflieger. Der erste Zug wird mit acht bis neun Waggons ausgestattet.

Annahmeschluss in Gütersloh ist 16 Uhr, Ankunft im Duisburger Hafen um 23 Uhr. Von Spexard steuert der Zug den TWE-Bahnhof Gütersloh Nord an. Am Hauptbahnhof erfolgt der Wechsel auf das Schienennetz der Deutschen Bahn.

150 000 Euro hat die TWE laut Kratzer in die Hand genommen, um das Terminal zu reaktivieren. Rund eine Million Euro steckt die Duisport Agency im ersten Jahr in die Verbindung. Und: „Wir übernehmen das Auslastungsrisiko“, sagt Schmitz. Der Start am 5. September wird ohne großes Aufheben ablaufen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es eine offizielle Wiederbelebung des Terminals geben.

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