Von echten Fotos nicht zu unterscheiden
Experten für das Erstellen von fotorealistischen Bildern am Computer: Sebastian Schlepphorst (vorn) und Christoph Bülter mit einer Ansicht eines Wohnraums, den es so nur im Rechner gibt. Sie haben ihren Arbeitsplatz in der Druckvorstufe bei Mohn Media.  Bild: Dinkels

Ganz nebenbei gibt er den Küchenmöbeln noch eine neue Oberfläche. Alles mit wenigen Mausklicks.

Schlepphorst ist Experte für Bilder, die aus dem Computer stammen, aber wie echt aussehen. Im Fachjargon sind das fotorealistische 3-D-Visualisierungen. Der studierte Druck- und Medientechniker hat in Berlin schon seine Diplom-Arbeit zu diesem Thema geschrieben und bei Mohn Media eine Fortbildung absolviert.

Dort hat er seinen Arbeitsplatz in der Druckvorstufe. Das ist der Bereich, in dem alle Abläufe gebündelt sind, die dem eigentlichen Druck etwa von Katalogen vorausgehen. Und getreu der Philosophie von Arvato-Vorstandschef Rolf Buch „Vom Produkt zur Lösung“ gewinnt auch er an Bedeutung.

Schlepphorst und seine Kollegen wie Christoph Bülter (24), Student der Medienproduktion und zurzeit Praktikant bei Mohn Media, können am Bildschirm ganze Küchen, Wohnlandschaften und Büros, aber auch einfache Produkte entstehen lassen.

Als Ausgangsbasis reichen ihnen Konstruktionsdaten und Musterskizzen etwa von einem Kücherhersteller. Mit diesen Daten, einem ausgefeilten 3-D-Programm, einer hauseigenen Datenbank zum Beispiel mit Accessoires wie der zerteilten Melone und leistungsfähigen Rechnern sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt.

Nur eine: „Es muss dem geschulten Auge der Kunden standhalten. Es darf nicht gekünstelt wirken“, sagt Friedel Kathöfer (56), Leiter der Vorstufe.

Für die Kunden hat das Verfahren eine Reihe von Vorteilen: Aufwendige Fotoshootings mit Auf- und Umbauten entfallen. Schon vor einem ersten Prototyp lassen sich naturgetreue Ansichten erstellen. Und die schlichte Einbauküche bekommt in einem Loftambiente eine ganz andere Wertigkeit. Seit drei Jahren bietet Mohn Media diese Dienstleistung an. „Es geht darum, dem Kunden Mehrwert zu bieten“, erläutert Kathöfer.

Über den reinen Druck geht das weit hinaus, reicht bis zum Adressmanagement und ist notwendig, um sich im umkämpften Druckmarkt zu behaupten. Zu den Kunden zählen Küchen-, Fenster- und Möbelhersteller, aber auch Versandhändler und Textilfirmen.

Der Automarkt hingegen sei komplett von Agenturen in Berlin, Hamburg und Stuttgart besetzt, berichtet Kathöfer. Mit einem Fachmann ist die Abteilung gestartet, inzwischen sind drei Kollegen geschult.

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