Weberei erhält 45.000-Euro-Sonderzuschuss
Bild: Dinkels
Für die Arbeit und die Angebote gelobt, in der finanziellen Transparenz getadelt, bekommt die Gütersloher Weberei statt der beantragten Zuschusserhöhung von 108 000 Euro vorerst nur einen Sonderzuschuss von 45 000 Euro bewilligt. Das wurde im Kulturausschuss einstimmig beschlossen.
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Dafür haben sich die Mitglieder des Kulturausschusses in ihrer jüngsten Sitzung aber einstimmig für einen einmaligen städtischen Sonderzuschuss von 45.000 Euro ausgesprochen, um die durch unerwartet viele Raumvermietungen entstandenen Zusatzkosten für 2016 aufzufangen. Sie folgten damit am Donnerstagabend der Beschlussvorlage der Verwaltung.

 Wie berichtet, hatte Kiez-Geschäftsführer Steffen Böning erklärt, dass die Zahl der Raumvermietungen von 200 (2013) auf 1500 in diesem Jahr angestiegen sei. Ein Erfolg fürs Haus, aber mit solch immensen Kosten verbunden, dass eine Zuschusserhöhung von 108.000 Euro nötig sei – falls man keine Kürzungen in der Soziokultur haben wolle.

Doch die Mitglieder des Kulturausschusses zeigten sich nach ausgiebiger, teils hitziger Diskussion davon unbeeindruckt und folgten der Verwaltungs-Empfehlung. Zudem wurde die Verwaltung mit elf Ja-Stimmen und vier (SPD-)Enthaltungen  beauftragt, gemeinsam mit der Weberei-Geschäftsführung das bisherige Förderkonzept unter den gegebenen rechtlichen Rahmenrichtlinien bis zur nächsten Sitzung am 4. Oktober strukturell und grundlegend so zu überarbeiten, dass der Bürgerkiez dauerhaft überleben kann.

Während Thomas Ostermann (SPD) betonte, dass die geforderten 108.000 Euro wie schon zu Parisozial-Zeiten als finanzielles Überlebens-Fundament notwendig seien, fehlte den meisten Ausschussmitgliedern für solch eine Zusage die Transparenz des Geldflusses innerhalb der Weberei. Trotz des umfangreichen (nicht öffentlich) vorgelegten Zahlenmaterials.

Zu wenig deutlich seien die Querfinanzierungen zwischen Gastronomie-, Miet- und Veranstaltungseinnahmen gegenüber den dort jeweils anfallenden Kosten, hieß es bei CDU, BfGT, Grünen, UWG und Linken. Und Kulturdezernent Andreas Kimpel erklärte, dass man trotz mehrerer Gespräche mit den Wirtschaftsprüfern der Weberei nicht genügend belastbares Zahlenmaterial erhalten habe, um derzeit mehr als einen 45 000-Euro-Zuschuss verantworten zu können.

 So soll nun unter anderem im Detail geklärt werden, wer eigentlich wie viel für einen Raum zahlen muss. Ob es notwendig ist, dass Vereine, die vielleicht schon eine anderweitige Förderung erfahren, reduzierte Raumpreise bekommen. Und ob gut situierte Firmen und Institutionen wie Bertelsmann oder Gewerkschaften vielleicht zu wenig Miete zahlen.

Den kompletten Bericht lesen Sie in der Gütersloher „Glocke“ vom 3. Juni.

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