Weberei und Stadt streiten um 500 Euro
Festlich in Szene gesetzt präsentiert sich die Weberei zum Jahreswechsel. Auch Silvester wird dort gefeiert.

Es geht um 500 Euro. „Wir wollen, auch vor Gericht, um jeden Euro für unsere Nutzer kämpfen“, heißt es auf der Facebook-Seite der Weberei im Internet. Die Stadt weigere sich, zu zahlen.

Und darum geht es: Die Stadt hat in diesem Jahr das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft mit der französischen Stadt Châteauroux gefeiert. Laut Weberei hat die Zentrale Öffentlichkeitsarbeit des Rathauses „am 20. Februar die ganze Weberei exklusiv für das Fest der Stadt mit der Partnerstadt Châteauroux blocken lassen und mehrfach darauf bestanden, dass das für diesen Tag seit langem geplante Kneipenquiz verlegt werde“.

Die Weberei habe alles dafür getan: das Quiz verlegt, das Programm neu gestaltet, ein Konzept für die Verlegung des öffentlichen Bistros in das Werk 2 erarbeitet, eine andere Veranstaltungsanfrage sowie einen Auftritt für den Abend abgelehnt und mehr. Noch im August habe die Stadt von der Weberei Raum- und Gastronomiekonzepte für das Fest erarbeiten lassen. Schließlich sei die Veranstaltung ins Brauhaus verlegt worden, „weil wir wohl auf einmal zu klein waren, obwohl wir regelmäßig Feiern für fünfmal so viele Personen bei uns ausrichten“.

Tatsächlich wurde am 13. Oktober, einem Freitag, im Brauhaus gefeiert. Die Weberei akzeptiere das und sei sogar froh gewesen, das Bistro nicht verlegen zu müssen, heißt es bei Facebook weiter. Durch die Blockierung des Wochenendes für mehr als ein halbes Jahr sowie für Planung, Gestaltung und Organisation seien aber Kosten entstanden, die man der Stadt in Rechnung stelle. Man empfände es als unfair, das Geld aus dem Budget für die soziokulturellen Aktivitäten nehmen zu müssen.

Dr. Elisabeth Menke von der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt bestätigt zwar die Gespräche. „Aus verschiedenen Gründen hat sich die Stadt aber dazu entschlossen, die Veranstaltung an einem anderen Ort durchzuführen“, was der Weberei mitgeteilt worden sei. Der geforderte Betrag sei „aus verschiedenen Gründen weder dem Grunde nach, noch in der Höhe nachvollziehbar. Daher wurde eine Zahlung abgelehnt.“ Die Stadt sei verpflichtet, sorgsam mit öffentlichen Geldern umzugehen. Daher verstehe es sich von selbst, dass Zahlungen nur geleistet würden, wenn sie begründet seien.

Nutzer im Netz befragt

Auf ihrer Facebook-Seite fragt die Weberei die Nutzer: „Unsere Buchhaltung braucht mal euren Rat: Findet ihr das richtig oder sollen wir als Klügerer nachgeben und künftig nur Planungen von Menschen annehmen, bei denen ein Handschlag noch gilt?“

Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Ein Kommentator meint: „Wenn ihr nicht vorher professionell genug wart und auf eventuelle Stornokosten hingewiesen habt, bleibt ihr schlichtweg auf den Kosten sitzen. Ist halt Lehrgeld.“ Ein anderer schreibt: „Abgesehen davon, dass so ein Disput nicht wirklich hierhin gehört, sondern eher ein Rechtsberater hinzuzuziehen ist, ist es normalerweise ja so, dass die Miete für eine Räumlichkeit beziehungsweise das Blockieren einer Stätte keinen Umsatzverlust bedeuten sollte . . .“ Insgesamt finden sich mehr als 20 teils launige Kommentare unter dem Beitrag der Weberei. In den meisten wird den Verantwortlichen geraten, an der Forderung festzuhalten.

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