Weg frei für den Neubau der Landwirte
Ansicht: Heitmann Architekten
So soll der Neubau des Landwirtschaftlichen Kreisverbands aussehen: Das Gebäude zieht sich entlang der Herzebrocker Straße und springt nach Westen mit dem Eingang zurück. Davor entsteht ein kleiner Platz. Das hatte die Stadt erst abgelehnt.
Ansicht: Heitmann Architekten

Denn zu dem städtebaulichen Wettbewerb, von dem sich die Kommunalpolitiker interessante Ideen für diesen herausgehobenen Standort an der Zufahrt zur Innenstadt versprachen, war es nicht gekommen. Der Investor hatte lediglich drei Büros aufgefordert, Entwürfe einzureichen. Zwei folgten dieser Aufforderung, der zweite Entwurf galt als nicht diskutabel, und am Ende blieb die Arbeit des Büros Heitmann Architekten übrig.

Norbert Bohlmann (UWG) forderte im Ausschuss, parallel zum Bebauungsplan doch noch einen Wettbewerb durchführen zu lassen. Dem mochten sich nur die BfGT anschließen. Nobby Morkes: „Der Ausschuss sollte ein Zeichen setzen.“ Am Ende wurde der Bebauungsplan verabschiedet – einstimmig. Es sei ein „unglückliches Verfahren mit einem unbefriedigenden Ergebnis“, sagte Bohlmann, womit er nicht den Heitmann-Entwurf meinte („Der Entwurf ist gut“). Aber auch der Investor habe leichtfertig Chancen und Möglichkeiten eines Wettbewerbs vertan.

Der Wettbewerb habe zwar nicht im Beschluss zur Aufstellung des Plans gestanden, aber in der Begründung, sagte Birgit Niemann-Hollatz (Grüne). Der Entwurf von Heitmann sei städtebaulich vertretbar. Deshalb bedürfe es keines Wettbewerbs mehr. Beim nächsten Mal solle der Wettbewerbsauftrag deutlich in den Beschluss geschrieben werden. Das zog auch Silva Schröder (CDU) für sich als Fazit: „Wir bedauern, dass der Wettbewerb nicht stattgefunden hat.“ Gleichwohl: „Der Entwurf ist gut. Wir halten ihn für gelungen.“

Das Verfahren sei nicht gut gelaufen, sagte Dr. Thomas Krümpelmann (SPD). Man habe allerdings „das Glück gehabt, dass der übrig gebliebene Entwurf ein ordentlicher ist, den man an dieser Stelle bauen kann“. Der Wettbewerb sei von allen Beteiligten gewünscht gewesen, die Stadt dürfe sich nicht von Investoren vorführen lassen, sagte Manfred Reese (Linke). Einem städtischen Planer wäre das „um die Ohren gehauen worden“.

„Wenn die Stadt Wettbewerbe durchführt, sind Profis am Werk“, sagte die Erste Beigeordnete Christine Lang. Bei privaten Bauherrn könne etwas schieflaufen, was in diesem Fall offensichtlich geschehen sei. Alles spreche aber gegen einen neuen Wettbewerb, „weil wir einen guten Entwurf vorliegen haben“.

Das Bauvorhaben kann jetzt weiter vorangetrieben werden. Ende Juni 2017 müssen die Landwirte das an die Caritas verkaufte Haus des Bauern in Rheda-Wiedenbrück räumen.

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