Weihnachtsshow für Schüler mit Ingo Naujoks
Bilder: Pieper
Mit großem Vergnügen lauschten die Jungen und Mädchen der Grundschule Sundern den Weihnachtsgeschichten von Ingo Naujoks.
Bilder: Pieper

Die beiden boten zwischen Bank, Bock und Reck eine vergnügliche Weihnachtsshow. Ermöglicht wurde sie durch den 2007 gegründeten Verein „OWL zeigt Herz“, der im Rahmen seines Projekts „Kultur macht Kinder stark“ jedes Jahr mit einem literarisch-musikalischen und stets hübsch weihnachtlich verpacktem Überraschungspaket durch die Region tourt. Diesmal wurde außer in Bielefeld, Lemgo und Herford auch in Gütersloh Station gemacht. Als Akteure immer mittenmang und mit offensichtlichem Spaß dabei: die engagierten Projektpaten Ingo Naujoks und Jochen Vahle.

Ein Europameister und Welthandballer  als Zaungast

Dass mit dem hoch aufgeschossenen Daniel Stephan nicht nur der Projektleiter vom Außenrand das turbulente Geschehen verfolgte, sondern auch ein ehemaliger Handball-Bundesligist, Nationalspieler, zweimaliger Deutscher Meister, Europameister und

Ingo Naujoks und Jochen Vahle brachten Partystimmung in die Turnhalle.
Welthandballer in der Halle war – das hat von den vor allem von der Musik begeisterten Schülern keiner mitbekommen. „Ist auch gut so“, gab sich Stephan bescheiden. „Schließlich geht es hier darum, Kindern einen kulturellen Impuls zu geben, damit sie Lust aufs Lesen, auf Musik, auf Kultur und damit auf Bildung bekommen.“

Und die bekamen sie. Denn man erfährt ja nicht alle Tage von einem namhaften Schauspieler wie Naujoks, den viele Kinder aus Filmen wie „Hexe Lilli“ oder „Hände weg von Mississippi“ kannten, wie man einem kleinen, vom Himmel gefallenen Stern helfen kann, oder wie man einem etwas seltsamen Weihnachtsmann am besten begegnet.

„Das sind schöne Geschichten, die Werte wie Mitgefühl und Freundschaft vermitteln“, erklärt Naujoks seine Auswahl. „Deshalb lese ich sie gern vor.“

Das hat er früher auch bei seinen eigenen Kindern gemacht, wie er der „Glocke“ verriet. „Wobei mir da auch der Kuschelfaktor immer wichtig war.“ Er selbst mag am liebsten Weihnachtsschmankerl à la „Früher war mehr Lametta“ von Loriot. Da ist der für jeden Schabernack zu habende, in Bochum geborene und seit 20 Jahren in Berlin wohnende Naujok bekennender Schelm. Wohl auch deshalb fügte er sich perfekt, augenrollend und hüftschwingend, in die neckischen Mitmach-Weihnachtssongs von Jochen Vahle ein. Und – rutsch-ping-ping – war Party in Sundern angesagt.

Ingo Naujoks im „Glocke“-Kurz-Interview

„Die Glocke“: Herr Naujoks, seit 2014 unterstützen Sie  den Verein „OWL zeigt Herz“  und haben dafür in diversen Prominenten-Quiz-Shows erzielte Gewinne von rund 30.000 Euro dem Projekt „Kultur macht Kinder stark“ gespendet. Warum engagieren Sie sich gerade für diese Aktion?  

Naujoks: Weil es ein kleiner, feiner Verein ist, der sehr persönlich und immer auf Augenhöhe mit den Betroffenen agiert. Außerdem, wenn ich irgendwo einsteige, dann übernehme ich Verantwortung. Dann muss ich mir den Einsatz auch zeitlich leisten können. Das geht hier ganz prima. Und es macht Riesenspaß, diese Dosis Literatur und Musik mit Jochen Vahle zu verteilen, dabei eine Botschaft zu vermitteln und einen Kontrapunkt zu all dem I-Pad- und Smartphone-Dauerstress, dem Kinder heute ausgesetzt sind, zu setzen.

„Die Glocke“: An Stress mangelt es Ihnen mit den vielen Rollen und Terminen aber auch nicht.

Naujoks: Wohl wahr. Im Januar und Februar stehe ich in München in der Komödie „Trennung frei Haus“, der Theateradaption vom Film „Der Schlussmacher“, auf der Bühne. Dabei haben wir gerade erst die jüngste Staffel von „Morden im Norden“ abgedreht. Seit 2012 bin ich für diese Vorabendserie von Mai bis November in Hamburg beschäftigt. Das macht irre Spaß, und die mittlerweile 3,3 Millionen Zuschauer zeigen, dass wir die Geschichten gut entwickeln. Aber dafür bin auch oft von meiner Familie in Berlin weg. Wenn ich dann mal zuhause bin, muss ich mich erst wieder daran gewöhnen, dass mir – anders als am Set – nicht mehr alles serviert oder hinterher getragen wird. Und die Spülmaschine muss ich auch erst wieder lernen einzuräumen.

 „Die Glocke“: Was wünschen Sie sich zu Weihnachten?

Naujoks: Hört sich platt an, ist aber ernst gemeint: Frieden. Und dass wir aufhören, immer alles so negativ zu sehen. Und dass dieser ganze populistische Mist der Rechten, egal ob in der Türkei, in Polen oder bei uns, nicht die Zukunft unserer Kinder vergiftet.

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