Wenn Emotion keine Worte braucht
Bild: Frielinghaus
Eine lächelnde „Mieze-Katze“ haben (vorn v. l.) Diman (11), Ghazal (11), Natali (12) und Reni (12) aus Holz angefertigt. Sie nahmen an einem Kunstprojekt teil, das Reza Sobhani mit der internationalen Klasse 5 f der Geschwister-Scholl-Schule durchgeführt hat. Die Ergebnisse sind im Stadtmuseum zu sehen.
Bild: Frielinghaus

Über dem Eingang zum Kirchenraum hängen ein Herz, ein Kreuz sowie das Yin-und-Yang-Zeichen – angefertigt aus bemalten Weinkorken. Geschaffen wurden die rund 20 Installationen, Collagen und Bilder von Schülern der Internationalen Klasse 5 f der Geschwister-Scholl-Schule.

Hartnäckigkeit wird belohnt

Dass die Arbeiten ab sofort im Stadtmuseum zu sehen sind, ist vor allem Reza Sobhanis Hartnäckigkeit zu verdanken. Er hat das Kunstprojekt mit den Jungen und Mädchen unter dem Motto „Wer lacht, lebt“ vier Monate lang durchgeführt.

Auf seine erste Anfrage, die Werke seiner Schützlinge auszustellen, bekam er von Stadtmuseumsleiter Franz Jungbluth zunächst eine Absage. Die Begründung: Platzmangel. Als Jungbluth die bunten, fröhlichen Werke dann aber sah und feststellte, dass sie sich wunderbar in die Dauerausstellung einfügen würden, sagt er doch zu. „Es wäre einfach zu schade gewesen, die Ergebnisse des Projekts nicht zu präsentieren“, begründet Jungbluth sein Umschwenken. Und so sind die Exponate bis zum 3. Mai Bestandteil der Dauerausstellung.

Flucht vor Krieg und Zerstörung

Von Oktober bis Februar kamen zwölf Jungen und Mädchen immer samstags in Sobhanis Malschule an der Kampstraße zusammen. Alle haben einen Migrationshintergrund. Sie stammen unter anderem aus Afghanistan, Syrien, Bulgarien, Rumänien und dem Irak. Einige leben schon zwei Jahre in Deutschland, andere erst seit wenigen Wochen oder Monaten. Was viele von ihnen gemein haben, ist die Flucht vor Krieg und Zerstörung in ihrer Heimat.

„Mit dem Projekt möchte ich den Kindern die Gelegenheit geben, ihre Emotionen zu verarbeiten“, erklärt Sobhani. Und wie könnte das besser funktionieren als mit Kunst? Denn auf diesem Weg könnten die Jungen und Mädchen sich selbst ohne Worte zum Ausdruck bringen. Als Materialien dienten ihnen dazu Recycling-Gegenstände wie Holz, Metall oder Weinkorken. Und so wurde frei nach dem Motto „Vom Abfall zur Kunst“ gearbeitet.

Lebensfreude wird sichtbar

Dass die Kinder mitunter schon viel Schlechtes in ihrem noch jungen Leben erlebt haben, ist ihren Werken auf den ersten Blick nicht anzusehen. Die strahlen geradezu vor Lebensfreude.

Geöffnet ist die Ausstellung mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags vo

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