Wenn es sein muss, die Sporthalle
Bild: Reinkemeier
Aus Sicht der Schulkonferenz kommt – wenn überhaupt – nur die Sporthalle der Anne-Frank-Schule an der Düppelstraße für die Unterbringung von Flüchtlingen in Frage.
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Rund 120 Menschen will die Stadt an der Düppelstraße unterbringen. Nach Angaben des Schulleiters Jörg Witteborg hatte die Verwaltung bei Vorgesprächen keinen Zweifel daran gelassen, dass die Schule nach bestimmten, allerdings nicht genannten Kriterien jetzt an der Reihe sei. Zuletzt bei einer Schulkonferenz am vergangenen Mittwoch und dann bei einem Nachgespräch am Donnerstag. Die Wahl der Örtlichkeit habe die Stadt indes der Schule überlassen.

Die Schulkonferenz hatte sich gegen den Schulstandort ausgesprochen. Schulen hätten andere Aufgaben bei der Integration von Flüchtlingen, nicht die Bereitstellung von Wohnraum, sagte Witteborg am Montag der „Glocke“. So halte man beispielsweise für Flüchtlinge aus Friedrichsdorf dienstagsnachmittags verschiedene Angebote vor – von der Kinderbetreuung bis zum Deutschunterricht.

Wenn es indes sein müsse, dann solle die Sporthalle genutzt werden, so Witteborg. Für den Sportunterricht – das sind etwa 150 Stunden in der Woche – habe die Verwaltung Ersatzlösungen vorgeschlagen. So sollen die Sporthallen der beiden Gymnasien, der Elly-Heuss-Knapp- und der Altstadtschule mit genutzt werden können. Witteborg: „So können wir einen Teil des Sportunterrichts auffangen, die Last wird auf mehrere Schulen verteilt.“

Man werde sich inhaltlich neu aufstellen müssen, was die Integration von Flüchtlingen an der Schule anbelange, so der Leiter. Es werde ein Arbeitskreis gegründet. „Wir haben als Schule eine gewaltige Aufgabe zu stemmen.“

In einem Schreiben an die Vorsitzenden der Ratsfraktionen erklärte Witteborg am Nachmittag noch einmal, die Schulkonferenz wende sich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen an der Gesamtschule, „da die räumliche Situation der Schule nicht geeignet ist, die Unterbringung von Flüchtlingen und den täglichen schulischen Betrieb miteinander zu vereinbaren“.

Der zuständige Dezernent Joachim Martensmeier sagte der „Glocke“, auf den Standort könne die Stadt nicht verzichten:  „Wir wissen, dass es für die Schule eine erhebliche Belastung ist, aber wir müssen weiter Flüchtlinge unterbringen. Wir werden die Entscheidung einvernehmlich mit der Schule treffen.“ Sie solle so kurzfristig wie möglich fallen, am besten noch in dieser Woche, bestätigte Martensmeier.

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