Wettbewerbe ohne Hektik und Stress
Bild: Reckeweg
Wartet auf ihren Einsatz beim Zugschlitten-Wettbewerb: Dunja Kaiser mit ihrer Eselstute Tzara bei Treffen auf der Ranch Stickling. Die beeindruckenden Ohren des Großesels sind mehr als 30 Zentimeter lang.
Bild: Reckeweg

Dort trafen am Wochenende Esel und Mulis in allen Größen, Farben und Formen aufeinander. In verschiedenen Wettbewerben traten die Tiere mit ihren Besitzern gegeneinander an. An einem niederländischen Stand gab es Souvenirs, und an vielen weiteren Ständen konnten die Esel- und Muli-Fans Informationen erhalten oder Zubehör erwerben.

Die Atmosphäre war in gewisser Weise märchenhaft. Statt stetiger Hektik und gestressten Besitzern, wie es auf vielen Turnieren üblich ist, herrschten Ruhe und Entspannung vor. Die Menschen bewegten sich gemütlich über den Platz, ebenso entspannt waren die Tiere.

„Der Hindernisparcours ist noch nicht geschlossen. Wir warten noch auf einige Teilnehmer“, verkündete eine Frau über die Lautsprecheranlage und las mehrere Startnummern vor. „Bei uns ist alles etwas entschleunigt und gemütlich“, erklärte Dunja Kaiser, Besitzerin eines Großesels. Sie sei schon seit mehreren Jahren dabei, hatte aber erstmals auch ihre Großeselstute Tzara mit. „Ich habe meine Tzara dem Deutschen Zuchtesel-Verband vorgestellt“, erklärte sie.

„Ich muss jetzt noch durch eine Prüfung. Und wenn sie die besteht, darf ich Tzara offiziell einen deutschen Zuchtesel nennen.“ Dafür musste Tzara noch einen Metallschlitten ziehen, auf dem eine ihrem Gewicht und ihrer Größe entsprechende Last lag, in der Fachsprache „Zugschlitten-Prüfung“ genannt.

Während Dunja Kaiser ihrem Esel das Zuggeschirr anlegte, ertönte eine weitere Durchsage: „Immer noch blockieren einige Autos die Durchfahrt. Werden diese nicht umgeparkt, kommen wir mit einem Esel und schleppen sie ab.“

Kaiser erklärte weiter: „Bei der Vorstellung bei den Richtern war ich schon. So wie Tzara aussieht, so soll ein Großesel aussehen“, verkündete sie stolz. Die Osnabrückerin hat insgesamt sieben Esel. „Mit Tzara kann ich Kutsche fahren, einer meiner anderen Esel kann sogar geritten werden“, sagte Kaiser. „Das ist alles viel gelassener als mit Pferden. Das ist ausgeglichen, ruhig und gemütlich. So richtig etwas für die Seele.“ Übernachtet hat Kaiser jedoch nicht auf der Ranch.

„Viele campen hier, ich fahre aber immer nach Hause“, erzählte sie. „Tzara steht dann bei dem Esel einer Bekannten. Die Szene ist klein, da kennt man sich.“ Vor allem für Familien war die Eselranch Stickling am Wochenende eine attraktive Adresse, lassen sich manche der genügsamen Tiere doch gern streicheln.

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