Wies’n Rock-Festival lässt es zum 18. krachen
Bild: Martinschledde
Bei wilden Pogo-Tänzen tobten sich die Besucher hinter der Friedrichsdorfer Kirche aus.
Bild: Martinschledde

Der Stimmung taten heftige Regenschauer keinen Abbruch: Pragmatisch in Gummistiefeln machten die Besucher aus dem Wies’n-Rock wieder eine „Umsonst und draußen“-Sause der Extraklasse. „Nur bei den Besucherzahlen gab es Abstriche“, sagte Mario Stitz vom Organisationsteam der evangelischen Kirchenjugend. Feierten im vergangenen Jahr bei strahlendem Sonnenschein noch rund 3000 Menschen auf dem Rasen hinter der Kirche, waren es am Samstag die Hälfte.

Junges Publikum auf der Bühne

Oliver Steller, der zum Auftakt mit Liedern und Zaubereien gerade bei den jungen Besuchern für gute Laune sorgen wollte, musste improvisieren. Das war aber kein Problem: Er nahm die Kinder mit auf die überdachte Bühne, während der temporäre Teich vor „Bierbude 1“ mit Europaletten gangbar gemacht wurde. Auch die vier Musiker von „Soeckers“ aus dem Münsterland spielten noch vor einem kleinen Meer aus Regenschirmen. Bei den sonnigen Reggae- und Ska-Sounds, die „Dreadnut.inc“ auf die Bühne brachten, hatte der Wetterheilige endlich ein Einsehen. Das Oktett aus Paderborn brachte die Wies’n erstmals zum Beben.

Hamburger treffen den Nerv des Publikums

Krachen ließen es dann „Compulsive Gambling“ aus Hamburg, die mit Alternative-Rock und der gewaltigen Stimme von Frontfrau Anne-Fleur Schoch genau den Nerv des Publikums trafen – wilde Pogo-Tänze inklusive. Für viele waren die Fünf der eigentliche Top Act des Festivals, noch bevor die Bielefelder von „Eddie’s Revenge“ die Bühne enterten und mit ihrer „Iron Maiden“-Tribute-Show bewiesen, dass die Wies’n-Rock-Macher auch dieses Mal bei der Auswahl der Bands von vorn bis hinten ein gutes Händchen hatten.

Typisierungsaktion für die DKMS

Wenn der 18. Geburtstag gefeiert wird, gibt es natürlich auch etwas Besonderes. Hinter der evangelischen Kirche wurde erstmals Poetry Slam in den Umbaupausen serviert. Bei Niko Sioulis, Sophie Malecha und Jonas Helmich war also mehr Zuhören als Mitrocken angesagt. Außerdem gab es am Stand der DKMS die Möglichkeit, sich als Stammzellenspender typisieren zu lassen. „Mehr als 70 Leute haben mitgemacht“, freute sich Kirsten Förste vom Organisationsteam. Irgendwie gehört das Übernehmen sozialer Verantwortung ja auch mit dazu, wenn man – wie der Wies’n-Rock – erwachsen wird.

SOCIAL BOOKMARKS