Windpark muss auf Rotorblatt warten
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An der Anschlussstelle Senne wollte der Schwerlastransport mit dem Windradflügel Richtung Osnabrück abfahren. Das Rotorblatt wurde durch den Lastwagen quer auf beide Fahrbahnen geschoben.
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Die Verletzten aus Herzebrock-Clarholz (61) und Bielefeld (46) wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser gefahren. Nach Angaben eines Polizeisprechers bestand keine Lebensgefahr. Den Gesamtschaden bezifferte er auf insgesamt etwa 520 000 Euro für das Rotorblatt, die Lastwagen und Schäden der Autobahn. Der Transport war Teil eines Konvois mit insgesamt drei Rotorblättern. Die beiden ersten kamen durch.

„Die Stadtwerke Gütersloh und die Stadtwerke Bielefeld bedauern diesen tragischen Unglücksfall außerordentlich und hoffen, dass sich die Beteiligten schnell auf dem Weg der Besserung befinden“, erklärte der Gütersloher Sprecher Jens Herrmann auf Anfrage der „Glocke“. Weiter äußerte er sich nicht und verwies auf den Hersteller Vestas.

Das Rotorblatt muss nach Angaben einer Vestas-Sprecherin neu gefertigt werden. Ob der Unfall zu einer Verzögerung beim Windpark führe, sei noch nicht absehbar. Man gehe weiter davon aus, ihn bis Ende August fertigstellen zu können. Für welche der drei Windkraftanlagen das Rotorblatt bestimmt war, wollte die Sprecherin nicht sagen: „Das ist irrelevant. Es sind drei Flügel in dem Lastwagen-Konvoi transportiert worden, von denen einer nun kaputt ist.“

Das 61,5 Meter lange und 12 Tonnen schwere Rotorblatt war von Cuxhaven aus geliefert worden. Wie lange es dauern werde, einen neuen Flügel zu liefern, werde jetzt „in Absprache mit dem Kunden“ geklärt, so die Sprecherin. Das ist die Bielefeld-Gütersloh-Wind-Gesellschaft.

Der Unfall hatte sich zwischen dem Autobahnkreuz Bielefeld und der Anschlussstelle Senne ereignet. Dort wollte der Schwertransporter in Fahrtrichtung Osnabrück abfahren. Aus noch nicht geklärter Ursache fuhr ein 61-jähriger Mann aus Herzebrock-Clarholz mit seinem Lastwagen erst gegen ein Begleitfahrzeug hinter dem Transporter. Bei einem anschließenden Ausweichmanöver fuhr er auf die Spitze des Rotorblatts auf, das daraufhin vom Transporter auf beide Fahrbahnen geschoben wurde.

Ein 46-jähriger Bielefelder erfasste die Situation zu spät und fuhr mit seinem Lastwagen auf der Gegenfahrbahn gegen den Flügel. Ein weiterer Autofahrer (37) berührte das Rotorblatt noch mit seinem Fahrzeugdach.

Während der Unfallaufnahme und Bergung blieb die Autobahn für mehrere Stunden komplett gesperrt. Außer einem Stau von zehn Kilometern waren Verkehrsbehinderungen in der Region die Folge. Die Sperrung sollte am Nachmittag aufgehoben werden.

Windpark Hasselbach

Die Bielefeld-Gütersloh-Wind-Gesellschaft, deren Gesellschafter die Stadtwerke Bielefeld und die Stadtwerke Gütersloh sind, baut im Windpark Hasselbach drei Windkraftanlagen. Zwei stehen auf Bielefelder, eine steht auf Verler Gebiet südlich der Autobahn zwischen Bleichestraße und Am Wall.

Es handelt sich um Anlagen des Typs Vestas V 126. Jede Anlage hat eine Leistung von 3,3 Megawatt. Insgesamt produzieren die drei Windräder etwa 21,9 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Das reicht, um 7820 Haushalte zu versorgen. Der Turm soll 137 Meter hoch werden, der Rotordurchmesser beträgt 126 Meter. Die Anlage erreicht eine Gesamthöhe von 200 Metern. Ab 31. August sollen die Windräder Strom ins Netz einspeisen. 16 Millionen Euro investieren die Stadtwerke Gütersloh und Bielefeld je zur Hälfte in den Windpark.

Die Windräder stammen von der dänischen Firma Vestas mit Sitz in Aarhus. Das 1945 gegründete Unternehmen ist der größte europäische Hersteller von Windkraftanlagen. In Deutschland ist Vestas mit dem Hauptsitz in Hamburg seit 35 Jahren vertreten.

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