Woche der kleinen Künste startet furios
Bild: Dinkels
Einen temporeichen Auftritt legte die Brass Band Berlin hin. Für die insgesamt elf Musiker wurde es zeitweise eng auf der Bühne.
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Seit Montagabend läuft die 19. Auflage des besucherträchtigen Festivals an der Königstraße. Das Wetter blieb, dichten Wolken und einigen Regentropfen zum Trotz, stabil. Der Vorsitzende Hans-Werner Strandt begrüßte unter den Gästen auch den Mayor der Gütersloher Partnergemeinde Broxtowe, Derek Burnett. Strandt warb um Spenden und Mitglieder für den zurzeit rund 1140 Mitglieder starken Verein: „Wir benötigen eure Unterstützung.“ Der Vorsitzende dankte auch den Sponsoren.

Den dynamischen Auftakt machte danach der Berliner Sänger und Songwriter Marvin Brooks, den seine Eltern nach ihrem Idol Marvin Gaye benannt haben sollen. Mit einem Mix aus Soul, Pop, R’n’B sowie Reggae, afrikanischen Elementen und fetten Beats brachte der Deutsch-Ghanaer das Publikum in den richtigen Rhythmus. Brooks sang, unterstützt von Schlagzeug, Gitarre und Keyboard, Songs von seinem Album „The Strongest Survive“ – das es natürlich an Ort und Stelle auch zu kaufen gab. Nicht fehlen dufte sein Hit „Unity“, der bei Facebook im Internet um die Welt gegangen ist. „Jedes Stück hat eine kleine Botschaft“, meinte Brooks. Vor allem auch bei den jüngeren Besuchern kam der sympathische und offenherzige 30-Jährige mit seinen ausdrucksstarken Songs gut an.

Das Kontrastprogramm lieferte nach Einbruch der Dunkelheit die Brass Band Berlin. Sie bot mit elf Musikern nicht nur zahlenmäßig einen starken Auftritt. Sie ließ sich mit ihren überraschenden Stil- und Tempowechseln sowie einem Mix aus Musik, Show und Comedy in keine Schublade einordnen. Aber wer wollte das auch.

Band-Chef Thomas Hoffmann: „Wir spielen bekannte und sehr bekannte Stücke.“ Das Unerwartete war hier gleichsam Programm – immer im direkten Dialog mit dem begeisterten Publikum. Die Musiker, allesamt Profis auf ihren Instrumenten, spielen, wenn sie nicht gerade auf dem Dreiecksplatz oder anderen Bühnen ihren musikalischen Schabernack treiben, in renommierten Berliner Orchestern. Sie nahmen die Besucher mit auf einen rasanten Ritt durch die Musik- und Filmgeschichte, immer mit Witz und Charme. Sechs Wagner-Opern in 4:30 Minuten? Kein Problem. Danach folgen das Dschungelbuch und ein Count-Basie-Medley. Ein gelungener Auftakt.

Vorschau auf Dienstagabend

Abwechslung ist auch am  Dienstag Programm auf der Bühne am Dreiecksplatz. Die Sängerin Helene Blum und der Geiger Harald Haugaard gehören weltweit zu den gefragtesten dänischen Künstlern. Sie stellen mit ihrer Band laut Ankündigung die traditionelle Musik ihrer Heimat in einen neuen, aufregenden und modernen Kontext. Ab 20 Uhr bewegen sie sich genüsslich zwischen Folk, Klassik und Jazz. Eine Zeitreise in die „Golden Sixties“ folgt gegen 21.30 Uhr. In einer mitreißenden Musik-Revue lassen Ricky Cool & The In-Crowd aus dem Vereinigten Königreich die Atmosphäre des legendären Londoner „Flamingo Clubs“ wieder lebendig werden. Die Band aus Birmingham präsentiert das Gefühl von damals in einer Mischung aus Rhythm & Blues, Jazz, Ska, Rock’n’Roll, Swing und Boogaloo. Vorsicht, ansteckender Tanzvirus.

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