Youtube-Star entfacht Kreischen
Bild: Hein
Stellte sich geduldig für Selfies zur Verfügung: Sebastian Kolb alias Youtuber EsKay mit Amelie Knuhr (14 Jahre) in der Aula des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums.
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Sie sind Youtuber und erzeugen Millionen Klicks, verdienen an der parallel geschalteten Werbung bestenfalls Millionen. Der Youtube-Virus ist auch an Gütersloh nicht vorbeigeflogen. EsKay betritt die Aula des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums – und sofort hebt großes Kreischen an. Er ist von Bertelsmann eingeladen worden, mit den Jugendlichen über Medienkompetenz zu sprechen und über seinen Arbeitsalltag. 250 Schüler der Mittelstufe warten auf ihr Idol. Während EsKay den Gang zur Bühne beschreitet, schüttelt er Hände. Das ist nicht neu für ihn, nicht nur in Gütersloh erlebt er diese frenetische Begrüßung, die ihn in den Rang eines Popstars hebt.

Eine kleine Umfrage bringt es an den Tag: Alle in der Aula schauen regelmäßig Videos auf Youtube. Alle kennen EsKay und besuchen seinen Kanal. 740 Videoclips hat er seit 2013 veröffentlicht. Der erfolgreichste hatte mit 1,1 Mio Aufrufen eine herausragende Reichweite. Mehr als 42 Millionen mal wurden alle seine Clips inzwischen aufgerufen und hundertfach kommentiert.

EsKay erscheint dennoch sehr bodenständig. Die Vorstellung, „alle Youtuber sind Millionäre und fahren fette Karren“, weist er klar zurück und räumt mit dem Berufsbild „Youtuber“ kräftig auf. Das erfordere große Leidenschaft, sagt er. Manche Filmemacher gäben deshalb ihre Berufsausbildung oder den Job zugunsten des Erfolgs im Internet auf. „Aber was geschieht, wenn vom nächsten Tag an nichts mehr funktioniert wie vorher?“, ruft er die Jugendlichen im Saal dazu auf, ihre Ausbildung nicht zu vernachlässigen. Er selbst, 21 Jahre alt, geboren in Bonn, lebt in Friedrichshafen am Bodensee, produziert fast täglich einen bis zu zehn Minuten langen Film – und studiert trotzdem Wirtschaftswissenschaften an der dortigen Universität. „Das ist anstrengend, aber sinnvoll.“ Auch wenn er, wie am Montag, die Vorlesung hin und wieder schwänze, um bei seinen Fans zu sein.

 Nach dem Abitur wechselte EsKay nicht sofort ins Studium, sondern schaute sich in der Welt um. Er war in Indien, in Spanien und mit seiner Familie an der Nordsee. Dort rutschte er langsam in die Filmemacherei: Auslöser war das Computerspiel Mindcraft. Damals, 2013, entstanden viele Videoanleitungen mit Tricks für einen erfolgreichen Verlauf des Spiels, so auch von seinem Bruder Max und Kumpel Lucas. Das forderte Kolb heraus.

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