„Zeitlos“: Die Hochzeit der Künste
27 Stationen locken in der "langenachtderkunst" am 21. Mai nach Gütersloh.

 Zum zwölften Mal startet die Aktion, diesmal im engen Schulterschluss mit dem bereits am Freitag, 20. Mai, beginnenden Straßentheaterfestival „Platzwechsel“. Es wird vom Land, dem Kultursekretariats NRW und heimischen Wirtschafts-Sponsoren (Kultur plus) getragen. Das schont einerseits den städtischen Haushalt, der den beiden Großveranstaltungen nur alternierend Gelder zugestehen könnte. Andererseits sehen die Organisatoren in der Vermischung der Aktionen ein lebendigeres und kompakteres Angebot: Durch die Bespielung der Innenstadtplätze gibt es beim samstäglichen Nachtbummel zu den insgesamt 27 Kunst-Stationen auch unterwegs etwas zu sehen.

Farbchaos, mit Kalkül von Jobst Tilmann zelebriert, bietet der Kreiskunstverein, Landschaftsmalerei im Dialog die Galerie Siedenhans & Simon. Während bei Art Colori an der Feldstraße passend zum Motto „Zeit-los“ für eine Entschleunigung der Besucher gesorgt wird – Kunst trifft Liegestuhl – gerät man im E-Point der Stadtwerke in eine surreale Zeitfalle. Textile Welten im Standesamt, satirische Serigrafien im Netzwerkhof an der Hohenzollernstraße, eine Sprayer-Phalanx am Dreiecksplatz, Film, Musik, Pantomime und Performance wollen erlebt sein. Ein Mitternachtspektakel wird es diesmal nicht geben. Ausklingen soll die „langenachtderkunst“ in der Skylobby des Theaters, wo Frank Bergmann am Flügel, den Nachtschwärmern ebensolche wachsen lassen soll.

Mit dem Wetter steht und fällt der Erfolg der Straßentheater-Ensembles. Man darf sich unter anderem auf das belgische Duo „Compagnie Baladeux“ freuen, das mit Tanz und Jonglage eine Parkbank zur Bühne macht. Längst kein Geheimtipp mehr ist das hinreißende Berliner „Theatre fragile“, das sich im stummen Maskenspiel mit dem Altern auseinandersetzen wird.

Derweil präsentiert das spanische Trio „La Tal“ ein Glockenspiel wie es in Gütersloh noch nicht zu sehen und zu hören gewesen ist. Und das britische, unaussprechliche Gespann „Ramshacklicious“ serviert Slapstick und Artistik, wobei es seine Bühne vom Fahrrad-Gepäckträger ausklappt. Eine Deutschlandpremiere.

Erstmals zu sehen ist auch die Neuinszenierung des Ensembles „Tanz OWL on tour“, das mit seiner Choreographie von Gütersloh aus alle regionalen Städte bereisen wird. Blieben noch die „Bizarren Welten“, eine Collage aus Wort, Tanz und Musik, die das „Trio Songuina“ mit Eleven der Ballettschule Neumann unter Regie von Günna Czapla – im und vor dem Theater zeigt. Näheres zum Programm im Internet.  

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