Zwei weitere Fahrradstraßen freigegeben
Bild: Dinkels
Nebeneinander fahren erlaubt: Die Dalkestraße und in der Verlängerung die Parkstraße bis zur Einmündung Brunnenstraße sind seit vergangenem Freitag Fahrradstraßen. Radfahrer genießen Vorrang. Eine symbolische Probefahrt unternahmen am Montag unter anderem (v. l.) Thomas Habig (Fachbereich Ordnung), Bürgermeister Henning Schulz und Thomas Karrasch (ADFC).
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Nach dem Postdamm ist dies der zweite Bereich, in dem die Stadt den Radfahrern mehr Raum und Rechte einräumt.

„Wir haben das Ziel, klimafreundliche Mobilität auszubauen“, sagte Bürgermeister Henning Schulz (CDU) am Montag bei der symbolischen Freigabe. Fahrradstraßen seien ein Teil davon. Der Masterplan klimafreundliche Mobilität sei einstimmig von der Politik beschlossen worden.

Auf der Dalkestraße werde sich gar nicht so viel ändern. Dort seien ohnehin mehr Radfahrer als Autos unterwegs. Aber: „Zwei Radfahrer nebeneinander dürfen jetzt nicht mehr weggehupt werden“, sagte Schulz. Und fügte hinzu: „Jeder Wandel braucht Zeit, braucht einen Bewusstseinswandel.“

„Wir sind einbezogen worden und mehr als einverstanden damit“, sagte Daniel Neuhaus, Vorstand des Kreisverbands Gütersloh des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und Mitglied im Arbeitskreis Mobilität. „Die Fahrradstraße ist ein Geschenk der Stadt an die Gütersloher Radfahrer.“

Sein Vorstandskollege Thomas Karrasch ergänzte, wichtig sei der gegenseitige Respekt der Verkehrsteilnehmer. „Es ist notwendig, dass man den Radfahrern, die Richtung Innenstadt fahren, ermöglicht, links in die Blessenstätte abzubiegen“, erklärte Fritz Spratte, ebenfalls ADFC. Das sei zurzeit noch verboten. Die Details der Umsetzung gelte es zu klären.

„Es wird eine Zeit dauern, bis das in den Köpfen drin ist“, sagte Thomas Habig. Der Leiter des Fachbereichs Ordnung erläuterte die Regeln, etwa die Aufhebung der Rechts-vor-Links-Regel an der Parkstraße. Gerade in der Anfangszeit seien verstärkte Hinweise und Kontrollen erforderlich. „Wir müssen und wir werden das beobachten.“

„Wir wollen als Polizei, dass jeder Verkehrsteilnehmer weiß was er darf“, sagte Polizeihauptkommissar Ulrich Lipperheide. So sollten Radfahrer nicht mehr auf dem Hochbord fahren und auch nicht auf der falschen Seite. „Es muss viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden.“

Aktuell prüft die Stadt auf Antrag der CDU, ob in der Verlängerung auch die Berliner, Münster- und der vordere Teil der Hohenzollernstraße als Fahrradstraßen ausgewiesen werden können. Im Gespräch sind zudem die Strenger- und Schulstraße samt Pättken bis zur Hohenzollernstraße. Der Bürgerverein Blankenhagen hat den Nottebrocksweg in die Diskussion gebracht.

Schulz: „Es ist nicht davon auszugehen, dass wir im Monatstakt eine Fahrradstraße nach der anderen raushauen.“ Strenger- und Schulstraße („Dort reicht ein Piktogramm auf der Fahrbahn nicht aus“) kämen erst an die Reihe, wenn die Berliner Straße vor dem Rathaus umgebaut sei.

Welche Regeln gelten

Radfahrer haben auf der Straße Vorrang gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Sie dürfen auch nebeneinander fahren.

Im Gegensatz zum Postdamm, der eine Anliegerstraße ist, bleiben die Dalke- und die Parkstraße bis zur Brunnenstraße für den übrigen Verkehr frei.

Es gilt Tempo 30. Eine besondere Beschilderung ist dafür nicht erforderlich.

Autofahrer dürfen Radfahrer überholen, aber nicht behindern. Dabei ist ein Abstand von mindestens 1,50 Metern einzuhalten.

Verkehrsteilnehmer auf der Fahrradstraße haben grundsätzlich Vorrang. Die Rechts-vor-Links-Regel ist aufgehoben worden. Die Seitenstraßen wie die Reckenberger und die Brunnenstraße sind grundsätzlich untergeordnet. Die Stadt hat die Beschilderung einer Mitteilung zufolge bereits angepasst.

Die Fahrer von Pedelecs und E-Bikes, die bis zu 25 Kilometer pro Stunde beschleunigen, genießen dieselben Rechte wie die Radfahrer. Fahrer von S-Pedelecs (bis zu 45 Kilometer schnell mit Versicherungskennzeichen) müssen sich hingegen unterordnen.

Radfahrer müssen die Straße benutzen und sollten sich rechts halten, da ihnen andere Radfahrer entgegenkommen können.

Wie beim Postdamm handelt es sich bei den neuen Fahrradstraßen nach Angaben der Verwaltung zunächst um einen auf eineinhalb Jahre befristeten Verkehrsversuch.

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