Zweite Armutskonferenz am 30. März
Bild: Dinkels
Laden ein: (v. l.) Corinna Brambach (Seniorenbeirat), Ruth Prior-Dresemann (Gütersloher Tafel), Bettina Flohr (Kinderschutzbund), Volker Brüggenjürgen (Caritasverband), Cathrin Drosihn (Sozialdienst katholischer Frauen), Dr. Susanne Kohlmeyer (Arbeitslosenselbsthilfe) und Julia Stegt (Der Paritätische) vor der Weberei.
Bild: Dinkels

Allein die Zahl der Werkvertragsarbeiter schätzt Volker Brüggenjürgen, ehrenamtlicher Sprecher der Armutskonferenz und im Hauptberuf Vorstand des Caritasverbands für den Kreis Gütersloh, auf 10 000 bis 15 000 im Kreis Gütersloh. „Menschen mit Werkverträgen haben mittlerweile im Kreis Gütersloh ein besonderes Ausmaß angenommen, dass sich in den Bereichen der Wohnungssituation, der Arbeitsbedingungen und der gesellschaftlichen Integration widerspiegelt.“ Bei prekärer Beschäftigung und deren Folgen gehe es aber auch um Leih-, Zeit- und Teilzeitarbeitskräfte, sagte Brüggenjürgen am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms.

Die Gütersloher Armutskonferenz ist ein Netzwerk aus rund 20 gemeinnützigen Einrichtungen, Verbänden, Institutionen, Trägern und Vereinen. Es will den Blick auf Ursachen, Hintergründe, Fakten sowie Strategien und Maßnahmen zur Armutsbekämpfung lenken. Außer regelmäßigen Treffen veranstaltet sie am 30. März die inzwischen zweite Tagung von 10 bis 16 Uhr in der Weberei.

Außer einem Impulsvortrag von Dr. Natalie Grimm, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen, gibt es eine Podiumsdiskussion und Arbeitsgruppen auch zu den Themen Kinderarmut und Wohnen.

„Wir wollen die Stadtgesellschaft erreichen, damit mehr Menschen ins Rad greifen“, sagt Brüggenjürgen. „Alle Bürger sind eingeladen. Man muss kein Sozialexperte sein. Es ist keine Konferenz für Fachleute.“ Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Auch die Stadt Gütersloh hatte ihre Beteiligung angeboten. Brüggenjürgen: „Das wollen wir nicht, weil wir keine gedankliche Schere im Kopf haben wollen.“ Allerdings wird der neue Beigeordnete und Sozialdezernent Henning Matthes ein Grußwort sprechen.

Die erste Armutskonferenz hatte 2017 stattgefunden. Daraus waren Forderungen hervorgegangen, die ihren Niederschlag in Anträgen an die Gütersloher Politik etwa zur Kinderarmut und zu bezahlbarem Wohnen fanden. „Die Ergebnisse sind nicht so, wie wir das erhofft hatten“, sagte Bettina Flohr vom Kinderschutzbund. Es sei aber schon wichtig, das sich die Ausschüsse damit beschäftigt hätten.

„Wir haben es zumindest geschafft, bei der Ablehnung ein schlechtes Gewissen zu erzeugen“, sagte Dr. Susanne Kohlmeyer, Geschäftsführerin der Arbeitslosenselbsthilfe, Ratsmitglied und Vorsitzende des Bildungsausschusses.

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