...denn Buntheit bereichert das Leben
Vielfalt, Toleranz und Freundschaft – darum geht es in dem Musical „Vierfarbenland“, das am Mittwoch in der Gütersloher Heidewaldschule Premiere gefeiert hat.              

Denn in ihrem Musical „Vielfarbenland“ wird eine Geschichte von der Individualität aller Menschen erzählt – und dem gesellschaftlichen Umgang mit ihr. Ob Gelb, Grün, Blau oder Rot – wenn Kinder geboren werden, sind sie bunt. Erst Eltern und ihr Umfeld machen sie zu „einfarbigen“ Wesen. Sie entziehen ihnen ihre Vielfalt, setzen (mentale) Grenzen und säen Zweifel und Vorbehalt. Dass letztere nicht auf fruchtbaren Boden treffen müssen, zeigt das Stück nach dem Buch von Gina Ruck-Paquèt.

 In farbenprächtigen Kostümen und herrlich bunt geschminkt wechseln sich die Grundschüler in ihren Rollen ab. Die Bühne im Forum der Schule entwickelt sich so zu einem lebendigen Spielort, der für jeden der jungen Akteure einen Platz bereithält. Es wird ausgelassen getanzt und eindrucksvoll geschauspielert.

Auch vor der Bühne weiß der Chor mit seinen Liedern zu überzeugen. In ihnen spiegeln sich die Emotionen der Jüngsten – mal heiter, dann betrübt (Musik und Liedtexte: Tobias Rienth). Denn nicht selten bringen die Bühnendialoge etwas Weiteres zum Ausdruck: die Eintönigkeit in ihrem alltäglichen Leben. „Ich will nicht, dass es so weitergeht“, stellen die Kinder schließlich fest. Zeit für Veränderungen. „Gemeinsam haben wir erkannt, wir sind doch irgendwie verwandt“, singen sie gemeinsam.

Erschreckend schön zu sehen, wie einfach es doch ist, Grenzen zu überwinden und eine Einheit zu bilden – ein Team, das nicht zuletzt durch seine Vielfalt lebt. Diese offenbart sich bei den Heidewaldspatzen in Spiel und Realität: Zum einen agieren die Kinder klassenübergreifend. Zum anderen zeigt sich die gelebte Integration in dem Solo-Gesangsauftritt einer Erstklässlerin, die im Rollstuhl sitzt.

Seit Februar hat die Chor-AG für ihr Musical unter Leitung von Jutta Lammers-Terzenbach, Dominika Globisch, Christin Groennebaum sowie Martin Wolters geprobt. „Ohne das Engagement der Eltern wäre das Projekt nicht zu realisieren gewesen“, betont Jutta Lammers-Terzenbach. Sie zeichnen für Kostüme und Kulissen verantwortlich. Soviel kann vorab gesagt sein: Die Mühen aller Beteiligten zahlen sich aus.

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