15-Jährigem Pistole an den Kopf gesetzt

Sie sitzen in Untersuchungshaft und sehen ihren Strafverfahren vor dem Jugendschöffengericht Gütersloh beziehungsweise dem Landgericht Bielefeld entgegen. Es sei Anklage wegen schwerer räuberischer Erpessung erhoben worden, teilte Staatsanwalt Christoph Mackel gestern in Bielefeld mit. Der Termin für die Hauptverhandlungen stehe noch nicht fest. Mit einer Einbruchsserie in Harsewinkel hatten Jugendliche im vergangenen Jahr für Schrecken und Unruhe gesorgt. Der Bande fielen nach Polizeiangaben rund 30 000 Euro Bargeld in die Hände.

Teil der Jugendbande war der 15-Jährige. Er hatte mehrere tausend Euro aus der Beute erhalten. Und genau davon wollten die beiden mutmaßlichen Erpresser einen Teil abhaben. Mit Waffengewalt erreichten sie auf dem Schulhof in Harsewinkel ihr Ziel.

„Vertrag“ erzwungen

Nachdem die Polizei dem 15-Jährigen auf die Schliche gekommen war, berichtete der Schüler von dem Handy, das die Erpresser außer dem Bargeld von ihm erbeutet hatten. Als die Aussage des Jugendlichen bei der Polizei den beiden Ganoven zu Ohren kam, lauerten sie dem 15-Jährigen in Harsewinkel auf und zwangen ihn, einen vorgefertigten „außergerichtlichen Vertrag“ zu unterschreiben. Mit diesem Papier wollten sie später bei der Polizei belegen, dass sie das Handy schon Monate vor der Straftat dem früheren Besitzer zum Preis von 250 Euro ordnungsgemäß abgekauft hatten. Dass sie die „Vertragsunterzeichnung“ mit der Handykamera gefilmt hatten, erleichterte den Ermittlern die Spurensuche.

 

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