Alte Bekannte sind neue FDP-Gesichter
Bild: Aundrup
Die Liberalen freuen sich auf die Neugründung des FDP-Ortsverbands im Spätsommer oder Herbst: (v. l.) Wolfgang Schwake, der Kreisvorsitzende Patrick Büker und Andreas Hanhart. Das Gespräch mit der „Glocke“ fand in Hanharts umgebautem Bahnhofsgebäude (im Hintergrund) statt.
Bild: Aundrup

Andreas Hanhart (45) ist  bekannt als Event-Manager und Musiker der aufgelösten Band Die Landeier.  Wolfgang Schwake (71) war 2014  Bürgermeisterkandidat der CDU und  Stadtoberhaupt in Alsdorf. Gemeinsam mit dem Auszubildenden Henrik Hanfgarn (19) aus Greffen sind sie vor Ort die Sprachrohre der Partei.

Spannende Mischung

Zwei Politik-Neulinge – Hanfgarn und Hanhart – und ein alter Hase auf dem politischen Parkett – Schwake –, drei Generationen sowie drei Sprecher aus allen drei Ortsteilen – das ist eine Mischung, die der Kreisvorsitzende Patrick Büker (28) äußerst spannend findet, wie er im Gespräch mit der „Glocke“ im umgebauten Bahnhofsgebäude von Andreas Hanhart in Harsewinkel deutlich macht.

„Wir sind ein gutes Team“

Die Stimmung ist entspannt, die Laune bei den Akteuren bestens. „Wir sind ein gutes Team“, sagt Andreas Hanhart. Patrick Büker kommt gleich zur Sache: „Bei den Kommunalwahlen 2020 rechnen wir uns gute Chancen aus. Unser erklärtes Ziel ist es, künftig mit mindestens zwei Mitgliedern im Stadtrat vertreten zu sein und damit den Fraktionsstatus zu erhalten. Fünf Prozent ist das Mindestziel – aber es gibt noch Luft nach oben.“

„Bei der Kommunalwahl werden die Karten neu gemischt. Da wollen wir mitspielen“

Bei der Kommunalwahl würden die Karten in Harsewinkel neu gemischt. „Und da wollen wir mitspielen“, sagt Büker selbstbewusst.

Auch liberaler Bürgermeisterkandidat nicht ausgeschlossen

Können die Harsewinkeler etwa auch mit einem Bürgermeisterkandidaten der FDP rechnen? „Nichts ist ausgeschlossen“, so die Antwort von Patrick Büker, der sich freut, dass es in Kürze auch wieder einen FDP-Ortsverband in Harsewinkel geben wird. „Harsewinkel war kreisweit der einzige graue Fleck“, so Büker.

Programmatischer Auftakt mit Bürgerantrag

Noch bevor es an die Vorstandswahlen gehen wird, gibt es einen programmatischen Auftakt. „Wir bringen einen Bürgerantrag auf den Weg“, kündigt Wolfgang Schwake an. Darin soll es um das Thema Mobilität in der Innenstadt gehen. Dort sehen die Liberalen Handlungsbedarf, ohne zu diesem Zeitpunkt weiter ins Detail gehen zu wollen.

In alle Richtungen denken

„Wir sind nicht in Denkmustern gefangen, sondern wollen neue Ideen einbringen und in alle Richtungen denken, ohne den Einzelhandel durch neue Konzepte zu beschädigen“, sagt Andreas Hanhart. Auch an der Fahrradsituation und den Ampelschaltungen könne man noch etwas verändern, so Hanhart, der viele Ideen im Kopf hat. Die jüngeren Mitglieder der FDP wünschen sich auch eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs in Richtung Warendorf. Auch der Klimaschutz sei bei der FDP ein Thema.

Das politisch bisher unbeschriebene Blatt

Das politisch bisher unbeschriebene Blatt: Andreas Hanhart hat sich lange nicht für Politik interessiert, wie er sagt. Allerdings sei gerade in letzter Zeit der Wunsch bei ihm aufgekeimt, etwas politisch vor Ort zu bewegen, „in der Stadt, in der ich lebe“. Als er vom Bestreben der FDP hörte, einen Ortsverband in Harsewinkel aufzubauen, ist er zu einem der Stammtische gegangen – und fand das, was er hörte, überzeugend. „Hier sind viele Freigeister, die man nicht in eine Schublade stecken kann“, so Hanhart. Seit drei Monaten ist er Mitglieder bei den Freien Liberalen.

Und der politisch Erfahrene

Der politisch Erfahrene: Wolfgang Schwake war viele Jahre CDU-Mitglied. Und er hat weitreichende Erfahrungen in der Kommunalpolitik: Von 1983 bis 1989 war er hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Tann (Rhön), von 1990 bis 1997 Gemeindedirektor in Schöppingen, von 1997 bis 1999 Stadtdirektor sowie von 1999 bis 2004 hauptamtlicher Bürgermeister in Alsdorf. Bei der Kommunalwahl 2004 ging er für die Harsewinkeler CDU unter dem Motto „Ein Profi mit Herz“ als Bürgermeisterkandidat ins Rennen. Er unterlag damals Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD). 2011 und 2012 war er Vorsitzender der Harsewinkeler Senioren-Union. Danach wurde es politisch still um den gebürtigen Rheda-Wiedenbrücker, der seit 2004 in Marienfeld lebt.

„Ich sehe meine Interessen von der CDU nicht mehr abgedeckt“

Und warum gerade jetzt der Wechsel von der CDU zur FDP? „Ich sehe meine Interessen von der CDU nicht mehr abgedeckt. Es gibt Dinge und Verhaltensweisen in der jüngsten Vergangenheit, hinter denen ich nicht mehr stehen kann“, stellte Schwake klar, der nun seit einigen Wochen FDP-Mitglied ist, um wieder politisch mitzumischen. Rund 20 Mitglieder zählt die FDP in Harsewinkel – von 19 bis 90 Jahren. Sieben Liberale aus allen drei Ortsteilen bilden den harten Kern, darunter Andreas Hanhart, Wolfgang Schwake und Henrik Hanfgarn. Kreisweit hat die FDP 300 Mitglieder.

Mehr zu den Hintergründen lesen Sie in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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