„Alte Knochen“ gehören nicht in den Müll
Bild: Aundrup
Was tun mit alten Handys? Abfallberater Guido Linnemann hat die Antwort.
Bild: Aundrup

Er weist darauf hin, dass die Handy-Recycling-Aktion der Lokalen Agenda-Gruppe Umweltschutz weiterläuft. Gesammelt werden alte und defekte Handys. Durch Erlöse der Aktion sollen die Umwelt-Veranstaltungen mitfinanzieren werden. „Für jedes abgegebene Handy bekommt die Gruppe projektbezogen 1,50 Euro ausbezahlt“, erklärt Guido Linnemann. Und weiter: „Bisher sind mehr als 200 Mobiltelefone gesammelt worden.“ Abgegeben werden können die „alten Knochen“ bei der Stadtverwaltung, dem Recyclinghof an der Dr.-Brenner-Straße und in den Schulen bei allen Hausmeistern der Stadt.

„Da mittlerweile 80 Prozent aller Deutschen ein Handy im Einsatz haben und die durchschnittliche Verweildauer bei seinem Besitzer etwa zwei Jahre beträgt, landen jährlich europaweit mehr als 100 Millionen Telefone auf dem Müll“, weiß Linnemann. In den ausgedienten Handys befinden sich aber gefährliche Stoffe, die nicht in den Hausmüll gehören: Arsen, Antimon, Beryllium, Brom, Kadmium, Blei und Quecksilber. „Sie können nur schwer oder gar nicht abgebaut werden“, so Linnemann.

Aber nicht nur Schadstoffe, sondern auch wertvolle und seltene Rohstoffe wie Tantal stecken in den Alt-Handys. Auch Wertstoffe wie Gold, Silber oder Kupfer können gewonnen und dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden. „Insgesamt lassen sich so etwa 80 Prozent der Materialien eines Handys ein weiteres Mal verwenden. Beim Recycling werden die persönlichen Daten auf den gebrauchten Handys vollständig vernichtet“, beruhigt der Abfallexperte die Gemüter.

Schon allein beim Recycling eines Handys lassen sich laut Linnemann durchschnittlich 31,63 Gramm Metall gewinnen. Bei etwa 60 Millionen ungenutzten Handys in Deutschland macht das umgerechnet gut drei Tonnen Gold, 30 Tonnen Silber, 1900 Tonnen Kupfer, 151 Tonnen Aluminium und 105 Tonnen Zinn. „Wertvolle Rohstoffe, die nicht in der Mülltonne landen sollten“, betont der Umweltberater.

Weitere Fragen zu dem Thema beantwortet Umweltberater Guido Linnemann unter  05247/935197.

SOCIAL BOOKMARKS