An der Sägemühle geht grüner Strom ins Netz
Bild: Blumenstein
Mit Wasserkraft wird an der Sägemühle Meier Osthoff neuerdings Strom erzeugt und eingespeist. Dafür eingesetzt haben sich (v. l.) Hans Huesmann (Förderverein Sägemühle), Norbert Eickholt (Vorstand Volksbank im Ostmünsterland), Theo Streffing (Vorsitzender Förderverein Sägemühle), Heinz Tillmann (Volksbank-Marktbereichsleiter), Günter Gerhard, Hermann Greweling und Frico Schmitz (alle Förderverein)
Bild: Blumenstein

Die Voraussetzung: Der Abrooksbach führt reichlich Wasser. Was er im Augenblick trotz eines ziemlich verregneten Junimonats nicht tut. „Zurzeit reicht es nur für zweieinhalb Kilowatt“, sagt Hans Huesmann vom Förderverein der Sägemühle nach einem Blick auf die Anzeige am Schaltschrank, während sich neben ihm die Antriebswelle der Turbine dreht.

Unter dem Häuschen, nicht sichtbar, strömt an einem Ende der Turbine Wasser in den Einlaufkanal ein. Sonden messen, wie hoch der Wasserstand ist, und steuern automatisch, wie weit sich die 8 beweglichen der insgesamt 16 Leitschaufeln öffnen. Auf diese Weise wird der Wasserzulauf geregelt.

Über der Antriebswelle der Turbine haben Hans Huesmann (75), ein ehemaliger Steuerungstechniker, und sein Fördervereinskollege Hermann Greweling (75) einen Generator und ein Getriebe angebracht. Der so erzeugte Strom fließt in einen Schaltschrank und von dort ins öffentliche Netz.

Für die Einspeisung des Stroms erhält der Förderverein eine Vergütung. Wie viel Geld das sein wird, wird zurzeit noch mit dem Netzbetreiber Westnetz verhandelt. Theo Streffing, der Vereinsvorsitzende, rechnet mit zwölf Cent pro Kilowatt und Einnahmen zwischen 3500 und 8000 Euro im Jahr – abhängig vom Wetter. Viel Regen lässt die Wasserturbine fleißig laufen.

Um den Bio-Strom an der Steinhäger Straße produzieren zu können, hat der Verein 50 000 Euro investiert. Die Volksbank im Ostmünsterland gewährte den Kredit und übernahm das Risiko.

Theo Streffing freut sich darüber, dass sein Verein mit der Stromerzeugung sozusagen zurück in die Zukunft geht: Schon um 1920 wurde bei Meier Osthoff mithilfe von Wasserkraft Strom erzeugt. „Jetzt machen wir das mit der alten Turbine und mit modernster Technik“, so Streffing. Bald wollen die Sägemühlen-Freunde Schulklassen zeigen, wie früher Energie hergestellt wurde und wie es heute geht. Und in Sachen grüner Energieerzeugung haben sie schon weitere Pläne: In den nächsten Jahren sollen ein Windrad und eine Fotovoltaikanlage hinzukommen.

Noch früher, in diesem Herbst, will der Verein mit der Herstellung von Büttenpapier beginnen. Mithilfe des Papiermachers Dieter Schneider und einer gesponserten Anlage soll in der Remise Büttenpapier geschöpft werden, das mit individuellen Wasserzeichen unter anderem an Gewerbetreibende verkauft werden soll.

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