Bauhof reagiert auf den Klimawandel
Bild: Aundrup
Setzt bei der Bewässerung von jungen Bäumen verstärkt auf die Watercoats mit einem Fassungsvermögen von rund 60 Litern: Bauhofleiter Achim Vorwald. Bauhof-Sekretärin Katja Böcker musste in dieser Woche weitere Säcke nachordern.
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Und die Stadt hat schon reagiert. Denn: Die Bäume leiden unter der Trockenheit. In Greffen fallen sie besonders auf: Die großen grünen Säcke, die die Bäume im Ortskern entlang der Hauptstraße ummanteln.

Bewässerungssäcke - bei Hitze bewährt

Auch in Marienfeld und Harsewinkel sind sie an den Stämmen von Jungbäumen angebracht. Achim Vorwald erklärt, was es damit auf sich hat: „Das sind Bewässerungssäcke, die das Wasser über kleine Öffnungen am Boden langsam an die Wurzeln abgeben. Ein System, das sich bei der Hitze bewährt hat. Das Erdreich wird kontinuierlich befeuchtet.“ Ganz neu sind die Säcke nicht. Schon vor zwei Jahren wurden sie auf dem Harsewinkeler Friedhof erprobt – mit Erfolg.

„Wir sind immer offen für Neues“

 „Damals sind sie gerade auf den Markt gekommen. Da wir immer offen für Neues sind, haben wir die Säcke ausprobiert“, so der 56-Jährige. Mittlerweile leisten die Bewässerungssäcke gute Dienste in der Stadt. „Wir haben weitere nachbestellt“, berichtet Bauhof-Sekretärin Katja Böcker.

Watercoats haben Fassungsvermögen von gut 60 Litern

Die Watercoats haben ein Fassungsvermögen von gut 60 Litern. Alle zwei bis drei Tage müssen die robusten Kunststoffsäcke aus stabilem Polyethylen, die über ein Reißverschlusssystem fixiert werden, wieder aufgefüllt werden. Die Technik spart Geld und Zeit. Mitarbeiter der Stadt müssten ohne sie viel öfter rausfahren und gießen.

Vier bis fünf Bauhofmitarbeiter sind im Sommer mit der Bewässerung beschäftigt

Vier bis fünf Bauhofmitarbeiter sind im Sommer mit der Bewässerung in der Stadt beschäftigt. Das Problem dabei: „Wenn es heiß ist, läuft das meiste Wasser einfach weg, so dass bei zehn Litern vielleicht zwei an der Wurzel ankommen. Und man kann nicht überall gleichzeitig sein“, so Vorwald. Er sagt, dass 2018 und 2019 deutlich mehr gewässert werden musste als in den Vorjahren. Wieviel Wasser unterm Strich verbraucht wurde, kann er nicht sagen: „Darüber gibt es keine Statistik.“

Wildblumenwiesen  überall da, wo es möglich ist

Der Bauhof legt auch – überall, wo es möglich ist – Wildblumenwiesen an. Etwa entlang der Straßen. Ein verstärkter Austausch dazu ist mit der Umweltgruppe der Lokalen Agenda geplant. Ein Treffen gab es schon. Wieviele Quadratmeter bisher eingesät wurden, konnte Katja Böcker nicht sagen. Und setzt der Bauhof schon auf hitzeresistente Pflanzen? „Nein, noch nicht. Palmen haben wir hier noch nicht gepflanzt“, sagt Katja Böcker. Sie lacht. 34 Mitarbeiter sind derzeit beim Bauhof beschäftigt. Da die Stadt kein Glyphosat mehr einsetzt, wurden zwei neue Stellen geschaffen.

Zweiter Elektro-Kleintransporter soll folgen

Gibt es denn mehr Beschwerden über das Unkraut? „Nein, das hält sich in Grenzen. Die Insekten sind in aller Munde. Da gibt es ein Umdenken“, so Vorwald. Neue Wege geht der Bauhof auch beim Fuhrpark: Ein Street-Scooter steht bereits in der Halle. Ein zweiter Elektro-Kleintransporter soll folgen.

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