Beschwerden über zu volle Busse

„Das ist aber nicht nur in Harsewinkel so, sondern kreis-, landes- und bundesweit“, macht Heiko Rusche, der beim Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) für die Busverkehrsplanung zuständig ist, deutlich. Und er erklärt das Problem: „Die Stundenpläne stehen meist erst am Ende der Sommerferien. Und am Anfang des Schuljahrs muss sich alles erst einpendeln. Die Schüler haben dann auch teilweise eher schulfrei, so dass wir so kurzfristig nicht mit dem Einsatz der Busse reagieren können. Das braucht immer ein wenig Zeit, bis sich alles eingespielt hat“, betont Heiko Rusche. Die Stadt zahlt pro Jahr rund 500 000 Euro für die Schulbusbeförderung, für die aber der Kreis Gütersloh zuständig ist. 805 Schüler aus Harsewinkel, Greffen und Marienfeld fahren täglich mit dem Bus zur Schule – 725 zu den weiterführenden Schulen und 80 zur Grundschule. Die Probleme treten aber ausschließlich bei den weiterführenden Schulen auf. „Zu Beginn des Schuljahrs war es leider so, dass vier Gesamtschüler aus Herzebrock-Clarholz an der Bushaltestelle stehen geblieben sind und nicht nach Hause gefahren wurden. Das geht natürlich nicht. Und die Eltern haben sich zurecht beschwert“, räumt Monika Ricke von der Stadtverwaltung ein.

VVOWL setzt nun zusätzlichen Bus ein

 Sie ist zum Schulanfang zu den Stoßzeiten in der Mittagszeit eigentlich immer mit Schulbusbegleiter Ralf Martin Prattke vor Ort, um den teilweise etwas verunsicherten Fünftklässlern Hilfestellung zu bieten. An diesem Tag war das nicht der Fall. „Das ist aber die absolute Ausnahme. Normalerweise kümmern wir uns darum, dass jedes Kind nach Hause kommt“, betont Monika Ricke. Die Busse fahren um 13.30, 16 und 17.30 Uhr ab. Gerade in den Nachmittagsstunden hat es sich wegen des Ganztags anfangs geknubbelt. „Wir haben jedoch eine Lösung gefunden und setzen jetzt um 16 Uhr dauerhaft einen zusätzlichen Bus ein“, betont Heiko Rusche. Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide hofft, dass die älteren Schüler zugunsten der jüngeren Platz machen und vielleicht auch die Bushaltestelle Claas und die Linien 71 oder 72 nutzen. „Die jüngeren sollten aus Sicherheitsgründen vom Heimathof oder Rathaus abfahren“, so das Stadtoberhaupt. Seit 2007 gibt es in Harsewinkel das Projekt Schulbusbegleiter, das von Ludger Haase und Ralf Martin Prattke betreut wird. Sie üben mit den Fünftklässlern unter anderem das Ein- und Aussteigen. Und mittlerweile gibt es an den Haltestellen kein Gedränge mehr.

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