Besuchsdienst holt Ältere aus der Einsamkeit
Bild: Munkelt
Auf der Bank ist noch Platz: Zu den Ehrenamtlichen (sitzend v. l.) Andrea Kortenbreer und Barbara Binacchi sollen sich noch weitere gesellen, damit der Besuchsdienst für ältere Menschen Fahrt aufnimmt. Das Gemeinschaftsprojekt verantworten (hinten v. l.) Doris Weißer (Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände), Gudrun Greve (Familienzentrum Mini-Maxi), Marlis Ibrügger, Helga Wiemann (beide Hospizbewegung), Monika Brockmann (Caritas-Sozialstation), Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide, Alexandra Beermann (Haus St. Hildegard), Pfarrdechant Wim Wigger (Katholische Kirchengemeinde Harsewinkel) und Jörg Eulenstein (Evangelische Kirchengemeinde Harsewinkel).
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Das Angebot wird von sozialen Institutionen, Verbänden und den Kirchengemeinden in Harsewinkel gemeinsam koordiniert. „Der Bedarf an einem Besuchsdienst für Ältere ist da“, betonen sowohl Amsbeck-Dopheide als auch Gudrun Greve, die Leiterin des Familienzentrums Mini-Maxi. Die Gesellschaft werde immer älter, und immer mehr Senioren hätten keine Kirchen- oder Vereinsanbindung.

Die Bürgermeisterin: „Viele sind einsam.“ Das bestätigt Monika Brockmann, die Leiterin der Caritas-Sozialstation Harsewinkel: „Ich erlebe das jeden Tag.“ Gudrun Greve wird im Familienzentrum immer wieder angesprochen, etwa von weit entfernt wohnenden Kindern von Harsewinkeler Senioren. Die Jüngeren sorgen sich darum, dass die Alten vereinsamen.

Wer den Besuchsdienst in Anspruch nehmen möchte, sollte sich im Familienzentrum Mini-Maxi, Telefon 05247/406341, melden, ebenso Ehrenamtliche, die mitarbeiten möchten.

In Versmold, Steinhagen, Borgholzhausen und Langenberg ist der Besuchsdienst bereits etabliert. Jetzt soll er in Harsewinkel starten. Dahinter stehen die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände im Kreis Gütersloh, die Stadt Harsewinkel, das Mini-Maxi, die Awo, das Rote Kreuz, die Caritas, die Hospizbewegung sowie die katholische und die evangelische Kirchengemeinde.

Der Besuchsdienst steht auf ehrenamtlichen Füßen, weshalb Interessenten gesucht werden, die ungefähr einmal in der Woche einen älteren Menschen besuchen. Das Programm besprechen Gast und Senior individuell. Es kann vom Kaffeetrinken im Wohnzimmer über einen Spaziergang bis zur Teilnahme an einer Veranstaltung reichen. Geselligkeit ist Trumpf.

„Es soll ein regelmäßiger Termin sein, der Abwechslung in den Alltag bringt und auf den sich beide freuen“, betont Doris Weißer, Fachberaterin bei der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände. In Versmold sind 10 bis 15 Ehrenamtliche im Besuchsdienst engagiert. Jeder hat „seinen“ Senior oder „seine“ Seniorin.

In Harsewinkel haben sich bereits drei Frauen zum Ehrenamt bereit erklärt, darunter Barbara Binacchi. Sie hat sich sieben Jahre lang im Altenheim mit Senioren beschäftigt und freut sich auf die neue Aufgabe. Die Frauen und Männer werden von den sozialen Institutionen fachlich begleitet und auf Wunsch im Umgang mit alten Menschen geschult.

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