Bewährungsstrafe für Drogenhändler
Vor dem Amtsgericht Gütersloh ist ein 31-Jährigen wegen Drogenhandels verurteilt worden. Er war geständig.

Am Ende wird er zu 18 Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Die Strafe wird für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. 20 Fälle listet die Staatsanwaltschaft auf. Zwischen Oktober 2015 und Juni 2016 hat der 31-Jährige mit Marihuana und Amphetaminen gehandelt.

Er fliegt auf, als er auf eine Gütersloherin stößt. Sie erwirbt beim ihm Amphetamine. Beim ersten Verkauf geht noch alles glatt. Der Angeklagte schickt die Drogen mit der Post. Das Geld lässt er sich überweisen. Beim zweiten Fall macht die Mutter der Gütersloherin den Brief auf und geht zur Polizei.

Bei einer Hausdurchsuchung werden bei dem Harsewinkeler mehrere Tüten mit Drogen sowie ein Tagebuch gefunden. In dem Büchlein sind alle Verkäufe penibel aufgeführt – wie viel er im Einkauf bezahlt und zu welchen Preis er die Drogen weitergereicht hat. Sonderlich erfolgreich ist er nicht.

„Der Gewinn war nicht so groß, dass der Angeklagte mit einem Porsche durch die Gegend fahren konnte“, erklärt der Vertreter der Staatsanwaltschaft in seinem Plädoyer. Er fordert 18 Monate Haft, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollen. Hinzu kommen 120 Sozialstunden, die Kooperation mit einem Bewährungshelfer und die Auflage, seine Therapie fortzusetzen.

Seit der Entdeckung seiner Taten ist der Harsewinkeler in Behandlung. Erst stationär, mittlerweile ambulant. Er hat die Zeit der Drogen und der Spielsucht hinter sich gelassen. Seit 2016 ist er nicht wieder straffällig geworden. „Schönes Plädoyer, ich schließe mich an“, sagt der Verteidiger des Angeklagten, Gerhard Proske, zur Forderung der Staatswaltschaft.

Sein Mandant ist da ganz bei ihm. Er will mit Drogen nichts mehr zu tun haben, kann mit einer Bewährungsstrafe gut leben. „Ich bin im Moment sehr gut ausgestattet mit Psychologen. So soll es weitergehen“, sagt er. Einmal in der Woche ist er in Behandlung. Zudem ist er im Kontakt mit der Agentur für Arbeit, die ihm ebenfalls einen Psychologen zur Seite gestellt hat. „Ich tue alles dafür, wieder arbeiten zu können“, versichert der Harsewinkeler.

Die Richterin folgt der Staatsanwaltschaft. „Sie haben kaum Gewinn gemacht. Sie haben nicht das luxuriöse Leben eines Dealers geführt.“ Sie macht dem Mann Mut, seinen Weg fortzusetzen: „Sie haben offensichtlich einen Plan.“

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